Sommergastspiel der Nachtreiher

Zwei Nachtreiher weilten kürzlich an der Alten Aare oberhalb der Badi Brugg – eine aussergewöhnliche, aber nicht erstmalige Beobachtung.
Ein adulter Nachtreiher jagt im Ufergehölz der Alten Aare. (Bild: bhe)

Brugg – Auf den ersten Blick sehen sie gar nicht aus, als gehörten sie zur gleichen Vogelart: der Jungvogel hell-/dunkelbraun gestreift mit weissen Tropfen auf Flügeln und Rücken, grau-blaues Gefieder mit weisser Schmuckfeder der adulte Vogel. Die beiden Nachtreiher waren kürzlich zusammen an der Alten Aare zu beobachten. Vom Ufergehölz aus jagten sie nach kleinen Fischen, Fröschen und Wasserinsekten, was sie sonst vorwiegend nachts tun.

Eine Ausnahmeerscheinung
Nachtreiher brüten in all unseren Nachbarländern sowie in den Niederlanden, bei uns sind sie als Brutvögel eine Ausnahmeerscheinung. Viele ­ziehen jedoch im Sommer in Mitteleuropa umher und lassen sich auch in der Schweiz an Orten nieder, wo sie genügend Nahrung finden, meistens an Fluss- und Seeufern oder in anderen Feuchtgebieten.
Ab Juli kommen die Jungvögel dieses Jahres hinzu. So war es in diesem Jahr in Brugg. ­Während der adulte Vogel bereits seit drei Wochen regelmässig gesichtet wurde, gesellte sich der Jungvogel erst in den letzten Tagen hinzu.

Seltener Anblick, ein Nachtreiher-Jungvogel. (Bild: bhe)


Ab September zieht die Nachtreiherpopulation weiter in die Überwinterungsgebiete südlich der Sahara. Viele Vögel verbringen den Winter auch rund ums Mittelmeer. Die Nachtreiher dieses Jahres sind übrigens nicht die erste Beobachtung in der ­Region Brugg. Schon in früheren Jahren liessen sich immer wieder einzelne Vögel an verschiedenen Orten an der Aare zwischen Brugg und Wildegg nieder.
Weit häufiger ist das jedoch in den grösseren Rastgebieten für Wasser­vögel der Fall, beispielsweise am Klingnauer Stausee, am Flachsee oberhalb Bremgarten oder am Südufer des Neuenburgersees. Am Flachsee werden seit 2023 jährlich sogar erste Brutaktivitäten eines Nachtreiherpaars festgestellt.