Velos, Skates und Fussgänger erwünscht

Am 9. August gehört der ­Asphalt ganz der Muskelkraft. Wenn der Slow-up in die nächste Runde geht, sind die Strassen frei von Autos.
Der Slow-up steht kurz bevor. (Bild: zVg)

Brugg – Es ist ein bewährtes Rezept, das Jahr für Jahr Tausende von Menschen anlockt, und nie verfehlt es seine Wirkung: Man nehme eine landschaftlich attraktive Strecke, sperre sie für jeglichen motorisierten Verkehr, stelle ein abwechslungsreiches Rahmen­programm auf die Beine und lade die Bevölkerung ein, den Tag unter freiem Himmel zu verbringen.
Am Sonntag, 9. August, ist es wieder so weit. Von 10 bis 17 Uhr – die Strassensperrungen treten bereits um 9 Uhr in Kraft und dauern bis 18 Uhr – verwandelt sich die Region in eine riesige autofreie Begegnungszone. Ob auf dem Velo, auf Inlineskates, im Rollstuhl oder schlicht zu Fuss mit den Wanderschuhen, die Teilnahme ist wie immer kostenlos, und das Tempo bestimmt jede und jeder selbst.

Gemeinschaft und Bewegung
Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen seit Monaten. Die Logistik, die Sicherheit und das kulinarische Angebot an der Strecke müssen minutiös geplant werden. «Ein Grossanlass dieser Dimension funktioniert nur, wenn alle Rädchen fehlerfrei ineinandergreifen», betont das Organisationskomitee, allen voran Cornelia Hubmann, Gesamtprojektleiterin des Slow-ups Brugg Regio.
Die Vorfreude bei den Verantwortlichen ist spürbar, mit viel Herzblut sind sie bei der Sache. «Der Slow-up ist weit mehr als nur ein Sportanlass. Er ist ein Fest der Begegnung», sagt Cornelia Hubmann. «Und es ist jedes Mal aufs Neue faszinierend zu sehen, wie Menschen aller Generationen zusammen friedlich unterwegs sind: vom Kleinkind im ­Anhänger bis zu den Grosseltern auf dem E-Bike.»
Diese Mischung macht den Charme der Veranstaltung aus. Es gibt keine Zeitmessung, keinen Leistungsdruck und keine Ranglisten. Der Weg ist das Ziel, und die Landschaft lässt sich ohne den alltäglichen Strassenlärm neu entdecken. Damit das Event reibungslos über die Bühne geht, stehen am 9. August unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer, die lokalen Feuerwehren sowie Sanitäts- und Polizeikräfte im Einsatz. «Ohne die enorme Unterstützung der lokalen Vereine und die Flexibilität der Anwohnerinnen und Anwohner wäre ein solcher Tag schlicht nicht machbar», heisst es seitens der Veranstalter.

Planung ist auf Kurs
Anfang des Jahres gab es eine grosse finanzielle Ungewissheit, was die Planung und die Vorbereitung zum Slow-up etwas verzögerte. Die Finanzen konnten aber dank grosser Unter­stützung stabilisiert werden. «Beim Crowdfunding kam ein schöner Betrag zusammen, es konnten neue Sponsoren gewonnen und gewisse Ausgaben noch einmal minimiert werden», sagt Cornelia Hubmann erfreut. Dem Organisationskomitee war es jedoch stets ein Anliegen, nur Einsparungen vorzunehmen, ohne das gesamte Erlebnis vor Ort zu beeinträchtigen.

Bald werden einige Strassen der Region wieder zur motorfreien Zone. (Bild: zVg)

Erfreulicherweise konnten wiederum viele regionale Vereine motiviert werden, eine Festwirtschaft zu betreiben. Auch in diesem Jahr gibt es «Velogaragen» entlang der Route, wo kleinere Pannen behoben werden können. Die Servicestationen von TCS und M-Way befinden sich an den Hauptfestplätzen in Brugg sowie in Lupfig. «Wir versuchen, den Event für alle Teilnehmenden kostenlos zu halten. Trotzdem wird jede Unterstützung geschätzt», so Cornelia Hubmann. An drei Standorten entlang der Route kann eine freiwillige Vignette für 5 Franken bezogen werden. Neu gibt es dieses Jahr Slow-up-Medaillen für 10 Franken zu kaufen. Ebenfalls neu im Sortiment sind Slow-up-­Socken für 15 Franken.

Lokale Vereine laden ein
Die Strecke selbst ist nicht nur flach, sodass man leicht vorankommt, sondern wird von zahlreichen Festbeizen, Musikgesellschaften und Sponsorenzonen gesäumt. In den verschiedenen Dörfern entlang der Route laden lokale Vereine zum Verweilen ein. Das kulinarische Angebot reicht von der klassischen Bratwurst über Veloburger bis zu vegetarischen Spezialitäten und hausgemachten Kuchen.
Auch die jüngsten Teilnehmenden kommen auf ihre Kosten: Hüpfburgen, Geschicklichkeitsparcours und spielerische Aktivitäten sorgen dafür, dass in den Pausen keine Langeweile aufkommt. Ein wichtiges Anliegen ist den Organisatoren das Thema Nachhaltigkeit. So wird in diesem Jahr erneut verstärkt auf Abfalltrennung und Mehr­weggeschirr gesetzt. Zudem wird den Teilnehmenden dringend empfohlen, für die An- und Abreise die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.
Das einzige Quäntchen Ungewissheit, das nun noch bleibt, ist das Wetter. Zwar findet der Slow-up grundsätzlich bei jeder Witterung statt, doch strahlender Sonnenschein beschert naturgemäss einen grösseren Publikumsaufmarsch. «Wir sind Optimisten und haben den Sonnenschein für den 9. August fest bestellt», sagt Cornelia Hubmann schmunzelnd.