Ringelsocken, Pizza und Bluesrock

Zum dritten Mal fand das Badifest statt. Vor vollen Rängen spielten die drei regionalen Bands Jurasüdfuss-Quintett, Brugglyn Blue und Heartline.
Erfrischende Klänge in der Badi. Der Auftakt machte das Jurasüdfuss-Quintett mit Mundartliedern und rockigen Klängen. (Bild: mg)

Schinznach – Es ist schon fast eine kleine Tradition, das Badifest in der Badi Schinznach. Vorletzten Samstagabend fand es zum dritten Mal statt, auch dieses Jahr organisiert vom Schinznacher Andy Wildi. Start war um 18.30 Uhr, bereits waren fast alle Plätze besetzt, und Neuankömmlinge quetschten sich an bestehende Tischgemeinschaften. Getränke und Essen wurden durch das fleissige Servicepersonal um Badi-Wirt Oscar Negrini serviert, der für seine gute Küche bekannt ist.
Kurz vor 19 Uhr begrüsste Andy Wildi, Leadgitarrist beim Jurasüdfuss-Quintett, die Gäste mit einem «Jo, sali zäme! Ich freu mi mega, so vill Fründe und bekannti Gsichter z gseh!». Er erzählte, dass das Jurasüdfuss-Quintett eigentlich gar keine Band sei, sondern «mir gern zäme choched und go laufe gönd». Sie würden sich aber Mühe geben, das Publikum etwas aufzuwärmen, so Wildi mit einem Augenzwinkern.
Jurasüdfuss-Quintett, das heisst Mundarttexte, gesungen von Albin Peterhans (72), ehemaliger Bezirksschul-Lehrer, mit rockiger Musik, gespielt von Bassist Sigi Fröhlich (68), ehemaliger Stromer, Andy Wildi (60), Ingenieur, an der Leadgitarre sowie Cyrill Peterhans (39) am Schlagzeug.
In rot-weiss-blau geringelten Socken und passendem Shirt sang Sänger und Gitarrist Albin seine träfen Mundarttexte, die immer einen wahren Kern haben und zum Nachdenken und auch mal über sich selbst schmunzeln anregen: «Ich gange nüm zum Dokter, ich gange nüm id Ferie, am Meer isch mir z heiss», sang er mit Sonnenbrille und seinen stylischen Socken vor zufriedenem Publikum.

Der Banker wohnt in Boniswil
Andy Wildi geht als Vollblutmusiker durch, wie er mit geschlossenen Augen bluesige Soli spielte und sich, soweit das Verstärkerkabel reichte, zum Publikum hin bewegte, barfuss und mit kompletter Hingabe für die Musik. Solide spielten Sigi Fröhlich am E- und Kontrabass in seinem Mona-Lisa-Shirt und Cyrill Peterhans am Schlagzeug.
Der Song «Überall isch Wil» handelt davon, dass es in der Schweiz so viele Dörfer gibt, die ein «Wil» im Namen haben: «Dä Banker wohnt in Boniswil, de fuuli Siech in Bettenwil, und gits dänn bi Oberwil und Niederwil au es Zwüschewil?». «Für en pensionierte Lehrer isch das gar nöd so schlächt», scherzte Andy Wildi zum Texttalent des Sängers.

Brugglyn Blue mit Gastsängerin Sabrina Keller. (Bild: mg)

Eine Herzensangelegenheit
Nach einer kurzen Pause spielte die Brugger Band Brugglyn Blue, die erst mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, aber dann mit der stimmgewaltigen Gastsängerin Sabrina Keller Gas gab. Warwick Richard, Sänger und Bassist, Werner Ammann, Gitarrist, und Markus Keller an den Drums spielten bluesigen Rock, der an vergangene Zeiten erinnerte und genauso gut ankam wie die Pop-Rock-Coverband Heartline aus Villnachern, die dritte Band des Abends.
Organisator Andy Wildi ist zufrieden: «Das Badifest ist keine finanzielle Sache, sondern eine Herzenssache. Man kennt sich unter Musikern und Gästen, es ist sozusagen ein Abend mit engem und erweitertem Freundeskreis, zu dem jeder willkommen ist. In diesem Rahmen sind die um 150 Besucherinnen und Besucher jeden Alters ein Riesenerfolg!».