Schützenmekka im Gebiet Cholhufen

Alle zwei Jahre findet das ­Weiherschiessen statt, das an fünf Halbtagen Ende Juli sowie am 1. August über 400 Schützen angezogen hat.
Konzentration im Schiessstand, überwacht von den Warnern und Schützenmeistern. (Bilder: mg)

Freienwil – Der Schiessstand des Freien Schiessvereins Freienwil (FSV) ist idyllisch oberhalb des Dorfes im Gebiet Cholhufen gelegen. Seinen Namen hat das Gebiet vom Köhlern, das hier auch betrieben wird.
Christian von Ehrenberg (32) ist seit 2021 Präsident des seit 1891 existierenden Vereins. «Das Weiherschiessen ist unser grosses Schützenfest mit Gewehr auf 300 Meter. Seit ein paar Jahren findet gleichzeitig auch das Bundesfeierschiessen des Schiessvereins Schneisingen im dortigen Dorf statt, aktuell zum 19. Mal», erzählt er im Schatten des Festzelts.
So kommen Sportschützen in den Genuss zweier Anlässe, an denen sie sich messen und üben können. Sie kommen nicht nur aus dem Aargau, sondern auch aus den Kantonen Zürich, Solothurn, Bern und sogar aus dem Wallis. «Viele schiessen hier kurz das Programm des Vereinswettkampfs und fahren danach gleich weiter nach Schneisingen, um das dortige Programm zu absolvieren.»
An beiden Orten hat es eine Festwirtschaft, wo man bei Speis und Trank fachsimpeln und «höckle» kann. «Ich betone immer, dass das Zusammensitzen nach dem Schiessen fast gleich wichtig ist wie das Schiessen selber», so der Präsident.

Bei jedem Betreten und Verlassen des Schiessstands wird die Waffe der Waffenkontrolle unterzogen, wie Vereinspräsident Christian von Ehrenberg (links) und Vereinsmitglied Severin Meng hier demonstrieren

Von 19 bis über 80
Der Freie Schiessverein Freienwil hat aktuell 55 Mitglieder, davon 25 Aktive, wovon der jüngste Schütze 19-jährig ist. Auch einige Frauen sind Vereinsmitglieder. «Unser ältestes Aktivmitglied ist über 80 Jahre alt und trifft weiterhin sehr gut», so der junge Präsident. An Anlässen wie dem Weiherschiessen sind immer auch Einwohner und Schiess-Neugierige willkommen: «Freude am Schiesswesen kann man nur entdecken, wenn man es ausprobiert», so Christian von Ehrenberg. Er hat deshalb auch diesmal sein Gewehr dabei, falls jemand aus «Gwunder» gut betreut schiessen möchte. Im Idealfall führt dies zu neuen Mitgliedern, was ihn natürlich freut.
Gut und sicher betreut werden alle Teilnehmenden: So findet die obligatorische Waffenkontrolle beim Betreten und Verlassen des Schiessstands statt, bei der kontrolliert wird, dass die Waffe ungeladen, gesichert und auch die Serienfeuersperre aktiviert ist. «Hier haben wir mehrere Schützenmeister, die dies übernehmen, sowie mehrere sogenannte Warner, welche die Schützen an ihrem Platz betreuen», erklärt der Vereinspräsident.

Im Schiessverein kennengelernt
Auf die Frage angesprochen, ob Frauen die besseren Schützinnen seien, was man ja immer wieder höre, findet er, das könne man nicht so pauschal sagen: «Schiessen ist ein extremer Konzentrationssport, man muss sich Zeit nehmen, alles rundherum ausblenden können und den Willen haben, sich immer zu verbessern.» Wer über diese Eigenschaften verfüge, könne Erfolg haben, egal ob Frau oder Mann. «Meine Frau Céline schiesst sehr gut», erwähnt er schmunzelnd. Wo sie sich kennengelernt haben? Nein, nicht online, im Schützenverein. Was zeigt, dass Kameradschaft und Spass in jedem Verein grossgeschrieben wird, was durchaus auch zu Liebe führen kann.
Den erste Platz beim Wettbewerb des Schiessvereins Freienwil holte sich am Ende übrigens Robert Waldmeier von der Schützengesellschaft Möhlin mit einer Punktzahl von 99 – Kranzkarte inklusive.