Kunstrasen und besseres Raumklima

Der Einwohnerrat berät über Massnahmen für erträgliche Temperaturen im Schulhaus Zehntenhof und über einen neuen Kunstrasenplatz.
Die 2017 in Betrieb genommene Schulanlage Zehntenhof wird an Hitzetagen zum Backofen. Der Gemeinderat will das ­ändern und andere Mängel beheben. (Bild: bkr)

Wettingen – Das schleckt keine Geiss weg: Unsere Häuser sind in ihrer grossen Mehrheit nicht für Hitzewellen mit Temperaturen von gegen 40 Grad Celsius konzipiert. So auch das 2017 eingeweihte Zehntenhof-Schulhaus in Wettingen. «Rückmeldungen aus der Lehrerschaft zeigen in verschiedenen Punkten einen Verbesserungsbedarf auf», sagt Gemeinderat Martin Egloff. «So insbesondere beim Raumklima.» Neben hohen Temperaturen werde eine ungenügende Luftqualität bemängelt. «Die Gemeinde liess die ­beanstandeten Punkte von spezialisierten Fachingenieurbüros untersuchen», führt Egloff zum weiteren Vorgehen aus. «Die Ergebnisse bestätigen den Handlungsbedarf und bilden die Grundlage für die geplanten Massnahmen.»

Aktive Kühlung als Muss
So sollen die bestehenden licht-, aber auch luftdichten Storen der Fenster durch segmentierte – sogenannte Verbundrafflamellenstoren – ersetzt werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, die Leistung der Lüftungsanlage zu erhöhen. Weshalb keine Klimaanlage? Dazu Egloff: «Eine solche lässt sich in einem bestehenden Gebäude nur mit sehr grossem Aufwand realisieren.» Für künftige Neubauten der Gemeinde sei eine aktive Kühlung ein Muss.
Mangelhaft ist im Zehnten-Schulhaus zudem die Akustik. «In den Korridoren und Treppenhäusern ist der Schallpegel sehr hoch. So ist beispielsweise Querlüften während des Schulbetriebs nicht möglich», sagt Egloff. Um die Situation zu verbessern, sollen die Wand- und Decken­flächen der Korridore und Treppenhäuser schallabsorbierend verkleidet werden. Ein weiteres Sorgenkind sind die Eingangstüren, deren Beschläge sich im täglichen Betrieb als zu wenig robust erwiesen haben.
Für die nötigen Massnahmen ist eine Investition von 900 000 Franken nötig, über die der Einwohnerrat an seiner Sitzung vom 3. September zu entscheiden hat. Zum Betrag sagt ­Egloff, dass seinerzeit die Bauabrechnung mit 3,1 Millionen Franken unter dem bewilligten Kredit abschloss: «Offensichtlich wurden damals am falschen Ort Einsparungen gemacht.»

Kunstrasen für die Kreuzzelg
Die Sportanlage Kreuzzelg stammt von 1981 und ist somit in die Jahre gekommen. Ihre komplette Erneuerung wird im Masterplan Aussensportanlagen auf etwa 11 Millionen Franken veranschlagt. «Der Gemeinderat will die Massnahmen etappieren», sagt die zuständige Gemeinderätin Kirsten Ernst. Dass erste Schritte mit einem Kostenvolumen von brutto 3,5 Millionen Franken jetzt eingeleitet werden sollen, hat den Grund im vorgesehenen Kunstrasen für eines der drei Fussballfelder. Derzeit sind Kunst­rasenplätze mit einem Beitrag von 400 000 Franken aus dem Swisslos-Sportfonds subventioniert. 3,5 Millionen Franken – so teuer ist ein Kunstrasen nicht. Im Masterplan wurden dessen Kosten grob auf 1,7 Millionen Franken geschätzt. Ernst sagt dazu: «Zum ersten Schritt der Gesamterneuerung gehören die Schaffung von Sitzstufen für Zuschauerinnen und Zuschauer sowie der Bau eines Cricket-Trainingspitches.»
Derzeit werden die drei Rasenplätze der Kreuzzelg pro Jahr je nach Witterung zwischen 1200 und 1500 Stunden genutzt. Mit Kunstrasen auf einem der Felder (plus einem zusätz­lichen Trainingsplatz) sind rund 3700 Stunden möglich. Ernst sagt dazu: «Mit dem Projekt schafft Wettingen eine moderne und zukunftsfähige Sportanlage, die den heutigen Bedürfnissen entspricht. Davon profitieren die Sportvereine, die Schulen und die wachsende Bevölkerung.»