Schulpavillon soll Neubau weichen

Der Gemeinderat stellt das ­Erweiterungsprojekt für das Oberstufenzentrum vor. Das überarbeitete Parkierungs­reglement ist beschlussreif.
Die Lösungen der Wettbewerbsteilnehmer für die Erweiterung des Oberstufenzentrums wurden mit Plänen, Abbildungen und Modellen präsentiert. (Bild: bkr)

Lengnau – Die vielen Baukrane im Surbal sind ein klarer Fingerzeig: Das Bevölkerungswachstum geht ungebremst weiter. Zusätzliche Schülerinnen und Schüler benötigen zeitgemässe Klassenzimmer. Das hat der Gemeinderat Lengnau frühzeitig erkannt und sich mit Blick auf einen Ausbau des Oberstufenzentrums Rietwis von der Gemeindeversammlung einen Kredit über 170 000 Franken für einen Studienwettbewerb bewilligen lassen. Derzeit werden in der Rietwis rund 200 Sekundar- und Realschülerinnen und -schüler unterrichtet. Im Verbund der Kreisschule Surbtal stammen diese auch aus Endingen, Freienwil, Lengnau, Schneisingen sowie Tegerfelden. Ziel des Planungswettbewerbs war es aufzuzeigen, wo auf dem Areal zusätzliche Schulzimmer realisiert werden können.

Abbruch des Schulpavillons
Im Verlauf des Wettbewerbs, an dem vier Architekturbüros teilgenommen haben, kamen diese und die Jury zu dem Schluss, den 2008 der Anlage hinzugefügten Schulpavillon abzubrechen. «Er liess sich organisatorisch nur ungenügend in die Erweiterung des Schulzentrums einfügen», sagte Vizeammann Werner Jetzer an der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse. «Zudem», ergänzte er, «wird an diesem Gebäude in absehbarer Zeit ein grösserer Sanierungsbedarf bestehen.»
Bei der Bewertung der eingereichten Arbeiten erkor die zwölfköpfige Jury unter dem Präsidium Jetzers einstimmig den Beitrag des Ateliers ­Nomora GmbH aus Zürich zum Siegerprojekt. Dessen Architekten haben die Schulraumerweiterung als alleinstehenden Riegel konzipiert, der im 90-Grad-Winkel zum bestehenden Schulhaus steht und den Pavillon ersetzt. Aus dem Bericht der Jury: «Das Gebäude ist in der Höhe gestaffelt und passt sich somit dem Geländeverlauf optimal an.» Als weiteres Plus würden bei der Erstellung nur geringe Erdbewegungen notwendig. Der zweigeschossige Bau umfasst 193 Quadratmeter Geschossfläche, auf der acht Unterrichtszimmer plus Nebenräume platziert werden können. Das Konzept berücksichtigt eine spätere Erweiterung durch Aufstockungen der beiden Gebäudeteile. Wichtig ist der sommerliche Wärmeschutz. Dieser soll mit Vordächern über den nach Südosten ausgerichteten Fenstern plus Markisen realisiert werden. Ausserdem schlagen die Architekten als energiesparende Lösung eine Nachtauskühlung des Hauses vor.
Im nächsten Schritt geht es um die eigentliche Projektierung. Für diese soll der Gemeindeversammlung nächstes Jahr ein entsprechender Kreditantrag unterbreitet werden. ­Vizeammann Jetzer rechnet für 2029/2030 mit dem Bau der Schulraumerweiterung.

Gemeinderat Urs Wieland stellt das neue Parkierungsreglement vor, über das die Gemeindeversammlung am 13. November beschliesst. (Bild: bkr)

Überarbeitetes Parkierungs­reglement
Die gut besuchte Infoveranstaltung im Rahmen der Futurum-Anlässe nutzten auch die weiteren Gemeinderatsmitglieder zur Präsentation von Projekten und Geschäften aus ihren Ressorts. So Urs Wieland, in dessen Tiefbaubereich eine grosse Zahl von Strassen- und Leitungssanierungen anstehen. Neue Leitungen sind es, die laut Wieland dazu führen, dass sich die Neugestaltung des Dorfplatzes auf 2029 verzögert. «Der Platz wird bis dahin eine Baustelle sein», sagte Wieland. Des Weiteren verschiebt sich die Sanierung des gemeindeeigenen Restaurants Krone bis 2035, wie Gemeindeammann Viktor Jetzer ergänzte.
Zum Zuständigkeitsbereich von Wieland gehört auch das Thema Verkehr. Er konnte ein überarbeitetes Parkierungsreglement präsentieren. Eine erste Version scheiterte 2022 in einer Referendumsabstimmung mit 421 Ja gegen 685 Nein. Die neue Vorlage – sie kommt am 13. November vor die Gemeindeversammlung – sieht zwei Parkzonen vor. Gratis, aber auf zwei Stunden imitiert, ist eine blaue Zone im Zentrum. Wer länger parkieren will, muss das auf dem Parkplatz Riedwis tun – die ersten zwei Stunden sind ebenfalls gratis, danach kostet die Stunde 50 Rappen. Dauerparkieren wird ebenfalls gebührenpflichtig und kostet 40 Franken im Monat.