Würenlingen – Mit dem Ende der Sommerferien haben die neuen Lernenden ihre Ausbildung begonnen – für die Gewerbevereine Surbtal, Aaretal-Kirchspiel, Rheintal-Studenland sowie den Gewerbe- und Industrieverein Würenlingen Anlass, einen Start-up-Event zu organisieren. Ein solcher, der jeweils in einer anderen Gemeinde stattfindet, wird seit einigen Jahren durchgeführt. Diesmal war der Gewerbeverein Aaretal-Kirchspiel zuständig, und man traf sich im Restaurant Oase am Paul-Scherrer-Institut. Präsident Lukas Kalt durfte rund 60 Lernende und ihre Berufsbildnerinnen und -bildner begrüssen. Er gratulierte den Lehranfängerinnen und -anfängern dazu, den Schritt in die Berufsbildung gemacht zu haben. Und er betonte: «Eine Lehre ist nicht nur Arbeiten und Lernen, sondern auch eine spannende Zeit voller persönlicher Herausforderungen und Erfahrungen.» Persönlich freue er sich, die Lernenden in – je nach Ausbildung – drei oder vier Jahren wieder zu treffen und ihnen zu ihren Fähigkeitszeugnissen gratulieren zu können.
Die Lehre als guter Entscheid
Dass der Entscheid, eine Berufslehre anzutreten, mit Sicherheit gut war, betonten drei Anwesende der vier Ruderer des Teams Diamond Row. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, nächstes Jahr 4800 Kilometer über den Atlantik zu rudern und damit das härteste Rennen in dieser Sportdisziplin zu bestreiten. Möglich machen ihnen das Sponsoren, aber auch ihre Berufsausbildung, die ihnen die nötige Handlungsfähigkeit gab. Erlernt haben die drei Automatiker, Automechaniker und Maurer. Wichtig sind ausserdem Netzwerke.
Kennengelernt haben sich die vier Abenteurer in der Grenadier-Rekrutenschule in Isone, wo der Ueker Simon Rohrer seine Kameraden von seiner Idee einer Atlantiküberquerung überzeugte. Rohrer sagte, dass Grosses immer dann möglich werde, wenn man etwas mit anderen Menschen zusammen organisiere. Zu Referenten des Start-up-Events wurden die Ruderer, weil Nicole Kistler, Vizepräsidentin des Gewerbevereins Aaretal-Kirchspiel und Geschäftsführerin des gleichnamigen Bodenbelagsunternehmens in Gippingen, beruflichen Kontakt zu Simon Rohrer hat.
10 000 Kalorien pro Tag
Eindruck bei den Lernenden machten die Ausführungen zu den Dimensio-nen des Vorhabens. Während der Atlantiküberquerung werden die vier jungen Männer jeweils je zwei Stunden rudern und zwei Stunden ruhen. Konfrontiert sind sie dabei mit teilweise bis zu acht Metern hohen Wellen. Rohrer geht davon aus, dass sie für die 4800 Kilometer 30 Tage benötigen. Gross sind die Kosten für die Verpflegung. Benötigt werden pro Kopf und Tag 10 000 Kalorien – bestehend aus gefriergetrockneter Nahrung und Energiesnacks. Kostenpunkt: 25 000 bis 30 000 Franken. Das Boot hat einen Wert von 100 000 Franken. Für den Start muss eine Gebühr von 25 000 Franken entrichtet werden. Bis zum Start im Dezember 2027 stehen Trainings im Mittelmeer an. Auch nicht billig. 65 000 Franken sind budgetiert. Aus diesem Grund ist die Sponsorensuche eine zentrale Aufgabe.
Smartphone statt Beamer
Nach dem Rennen will das Team den Erlös aus dem Verkauf des Bootes sowie ein allfälliger finanzieller Überschuss gemeinnützigen Projekten spenden. «Wir unterstützen zwei Vorhaben», sagt Rohrer. «Mit Aqua Viva ein Schweizer Vorhaben zur Revitalisierung von Flüssen und Seen sowie ein Trinkwasserprojekt in Kenia mit der Lifeplus-Foundation.» Clever, wie das Diamond-Row-Team im Freien (und somit ohne Beamer) das Illustrationsproblem löste. Via QR-Code konnten sich die Zuhörerinnen und -hörer die Bilder auf dem Smartphone anschauen.