Brugg –Loco Escrito, geboren 1990 als Nicolas Herzig in Kolumbien und aufgewachsen in Wetzikon, verkörpert das Sinnbild eines sexy Sonnyboys. Sein Latin Sound mag man oder eben nicht. Alle, die diese Musik und den charmanten Schweizer lieben, fanden sich selbstverständlich am Konzert ein. Genauso aber viele Besuchende, die einfach am Stafe 26 Remix waren und offene Ohren für anderes hatten.
Loco Escrito packte alle mit seinen eingängigen Latin-Reggaeton-Rhythmen und seinem sympathischen Wesen, egal ob jung oder älter. Vom ersten Lied an tanzten die Besuchenden mit, Frauen kreischten, wenn Loco Escrito seine Hüften und seinen Hintern wackeln liess. «Ich liebe das!», war zu hören. Eine Mutter sagte zu ihrem jungen Sohn: «Dis Lieblingsstuck chunnt aber sicher erst zum Schluss.» «Das isch mir glich!», so der Junior, der auf jeden Fall am Konzert bleiben wollte.
Zwischen den Stücken amüsierte der Vater einer Tochter mit sympathischen Sprüchen und informierte das zufriedene Publikum: «Loco heisst uf Spanisch ballaballa, und das bin ich au», so Loco Escrito. Und genau deshalb, weil er kein Blatt vor den Mund nimmt, öffentlich über psychisches Befinden redet und Humor hat, mögen ihn seine Fans. Das Publikum erfüllte all seine Wünsche: «Uf drüü, zwei, eis gumped mer alli. Die einzig Usred isch nur abem sächste Monet schwanger» – und natürlich hüpften die meisten Besuchenden fröhlich mit, genauso als er bat, die Handytaschenlampen einzuschalten: «Es gönd aber au Füürzüg und Zündhölzli.» Das wogende Lichtermeer berührte nicht nur das Stafe-Publikum, sondern ebenfalls Loco Escrito und seine Band. Nicht nur einmal sagte er seinen Superreim «Ich chume zrugg uf Brugg!», da er auf jeden Fall noch weitere Konzerte hier geben will.
Viel Liebe im Herzen
«Ich wott nonig gah», rief er ins Publikum und fragte, ob nach ihm und der Band noch ein weiteres Konzert stattfinde. «Nei!», schallte es aus der Menge, und so hängte er noch ein Stück an, vergewisserte sich aber über Kopfhörer, ob das in Ordnung sei, denn: «Ich wotts immer guet ha mit de Veranstalter, dank ihne dörf ich da si, dank ihne händ mir de Momänt, aber dank eu überhaupt lebt mini Musig. Ohni eu würd die Reis nöd wiitergah.» Wenn er wollte, dass die vielen Menschen seine Refrains mitsangen, sang er sie geduldig vor und liess die Emotionen nur so sprudeln – bei sich und den Stafe-Besuchenden: «Mir singed das alli zäme, zerscht ruhig vo ganzem Herze, jetzt chli lüüter, jetzt voller Liebi.»
Und mit zufriedenen Gesichtern und hoffentlich voller Liebe im Herzen zerstreute sich das Publikum nach nicht enden wollendem Applaus mit grossem Gekreische und freudigen Pfiffen.
Die zweite Hälfte des Stafe 26 Remix findet vom Donnerstag, 27., bis Sonntag, 30. August statt. Für diese vier Tage kostet der Festivalpass 30 Franken.