Wachstum der Gemeinde aktiv mitgestalten

Das Gebiet Geelig soll bis 2050 zu einem Ortsteil für bis zu 3000 Bewohnende entwickelt werden. Der Gesprächsbedarf vorab ist gross.
Die Entwicklung des Gebenstorfer Gebiets Geelig wurde beim Informationsanlass letzte Woche ausgiebig besprochen. (Bild: pg)

Gebenstorf – Am Donnerstag, 26. Februar, wurde das Mitwirkungsverfahren für die Entwicklung des Areals Geelig in ­Gebenstorf mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeläutet. In seinem Grusswort zeigte sich Gemeindeammann Toni Suter erfreut über das grosse Interesse, das die Bevölkerung an der Entwicklung des Gebiets Geelig zeigt. «Einst prägten die Landwirtschaft, die Wohnsiedlung Wagenburg und die Kiesgrube das Gebiet. Zu Beginn des neuen Jahrtausends entstanden neben dem Autohaus Küng und Detailhandelsgeschäften einige Gewerbebetriebe, die über 100 Arbeitsplätze anbieten», so der Gebenstorfer Gemeindeammann.

Nun soll im Geelig bis 2050 ein lebendiges, eigenständiges Quartier mit einer wichtigen Versorgungsfunktion und einem breiten Wohnraumangebot entstehen. Gleichzeitig soll sich das Gebiet zu einem Zentrum des gesellschaftlichen und öffentlichen ­Lebens entwickeln.

Bereits 2015, als sich die Gemeinde mitten in der Gesamtrevision der kommunalen Nutzungsplanung befand, wurde das Gebiet Geelig vom Kanton im Richtplan als einer der 21 kantonalen Wohnschwerpunkte festgelegt. Das Gebiet misst gesamthaft 24 Hektar. Um die Entwicklungspläne auf den noch unbebauten 16 Hektar voranzubringen, sind eine Teiländerung der Nutzungsplanung sowie die Erarbeitung eines Erschliessungsplans erforderlich. Im Perimeter des kantonalen Wohnschwerpunkts befindet sich zudem der Gestaltungsplan Geelig Mitte, der von der Gemeinde gemeinsam mit den privaten Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern erarbeitet wurde.

Durchmischte Nutzung
Nun wird dieser Prozess in Angriff genommen, und alle Planungsinstrumente sind zum ersten Mal öffentlich aufgelegt, um Chancen, Herausforderungen und Risiken im Zusammenhang mit dem Entwicklungsvorhaben aufzuzeigen. Das Mitwirkungsverfahren dauert bis zum 23. April.

Mit Jürg Frey, Kreisplaner beim Kanton Aargau, Adrian Duss, Gesamtprojektleitung bei der Planora AG, ­Marion Werder, Geschäftsleitungsmitglied bei der Balmer und Partner AG, Barbara Gloor, Geschäftsleitungsvorsitzende der Metron AG, und Dominic Suter, Leiter der Abteilung Bau und Planung in Gebenstorf, konnte Moderatorin Cornelia Alb gleich fünf Fachpersonen ankündigen, die sich in der Folge zu einzelnen Themen äusserten.

Es wurde aufgezeigt, dass die Gebietsentwicklung aus einem in mehreren Etappen gegliederten Planungsprozess besteht. Die Gebietsplanung stützt sich auf zwei konzeptionelle Grundlagen: das räumliche Entwicklungskonzept (REK) und den Entwicklungsrichtplan (ERP). Beide wurden als Grundlage für die Teiländerung der Nutzungsplanung sowie für den parallel erarbeiteten Erschliessungsplan erstellt.

Ziel ist es, mittels Umzonung die Wohungsdichte im Gebiet Geelig zu erhöhen. So sind im Kernbereich Zentrumszonen mit dichter, gemischter Nutzung vorgesehen. In den Randbereichen soll es reine Wohnzonen geben. Der Erschliessungsplan zeigt die Fuss- und Velowege sowie die Verkehrs- und Parkflächen auf. Er enthält und regelt ausserdem das Gestaltungskonzept und die Freiräume. Festgelegt ist weiter, in welcher Dichte und bis in welche Höhen gebaut werden darf. Auf der Nordseite des Gebiets, wo sich die Kiesgrube befindet, soll eine zentrale Tiefgarage entstehen. Eine Grünzone soll künftig den Übergang zur Kiesgrube bilden. Der geplante «Wambiplatz» ist das Herzstück des Quartiers. Ihm soll dereinst die Rolle eines öffentlichen Begegnungsorts zukommen.

Mitwirkung ist angesagt
Nach den einleitenden und erläuternden Reden standen die Fachpersonen bereit, um die Fragen der Teilnehmenden zu beantworten. Diese betrafen zu einem grossen Teil die Bedenken rund um das zu erwartende zusätz­liche Verkehrsaufkommen, den Schleichverkehr sowie die Erschliessung der zentralen Tiefgarage über die Vogelsangstrasse, zumal der Knoten Vogelsang aktuell schon stark belastet ist. «Hier soll dereinst ein Kreisel entstehen», erläuterte Marion Werder.

Das zu erwartende Bevölkerungswachstum dürfte sich auch auf die In­frastruktur auswirken, und so fragte ein Votant nach möglichen Schulstandorten. Bei der Frage nach dem Einbezug der Grundeigentümer konnte festgehalten werden, dass diese bereits im Sommer 2025 in Einzel- und Gruppengesprächen informiert und einbezogen worden seien. Beim anschliessenden Apéro bestand daneben die Gelegenheit, an themenbezogenen Ständen mit den Fachpersonen ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.

Gemeindeammann Toni Suter ermunterte die Bevölkerung, am öffentlichen Mitwirkungsverfahren teilzunehmen. Im März und April finden zudem Sprechstunden sowie geführte Spaziergänge durch das Gebiet Geelig statt. Die Termine und weitere Infos zur Planung sind auf der Projektseite geelig-verbindet.ch zu finden.