Surbtal – Auf dem Loohof, eingebettet in die sanfte Landschaft des Surbtals, lebt der 14-jährige Gabriel Hauenstein. Er wohnt dort mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder. Gabriel besucht die 9. Klasse der Bezirksschule in Endingen, hilft oft tatkräftig im Stall beim Füttern und Misten der Tiere und hält sich gern im Wald auf.
Im Januar dieses Jahres sorgte der Teenager einmal mehr für grösseres Aufsehen und begeisterte ein riesiges Publikum: In der Fernsehsendung «Potzmusig» von SRF zeigte der Jungmusiker eindrücklich, dass Tradition und Jugend wunderbar zusammenpassen. Mit sichtlicher Freude, präzisem Spiel und ansteckendem Enthusiasmus präsentierte Gabriel auf seinem Kornett ein jüdisches Hochzeitslied (Choson Kale Mazel Tov), begleitet von seinem Vater. Dabei wirkte alles so leicht, so selbstverständlich, und doch nahm man die Leidenschaft und das viele Üben wahr, die hinter seinem Auftritt steckten. Auf seinem Kornett gab er alles, und das Publikum klatschte begeistert mit. Die Kameras fingen ein, was deutlich zu spüren war: Begeisterung, Stolz und ehrliche Freude an der Volksmusik.
Talent fiel früh auf
Aber das erstaunt nicht. Gabriel stammt aus einer musikbegeisterten Familie, in der die Volksmusik zum Alltag gehört. Sein Talent fiel früh auf: Neben dem Sieg beim Folklorenachwuchs-Wettbewerb 2024 (Kategorie Alphorn) gewann er bereits dreimal den Nordwestschweizer Solisten- und Ensemblewettbewerb sowie zweimal den Prix-Rotary-Förderwettbewerb. Unterstützung fand er stets in der regionalen Musikszene, wo Lehrpersonen seinen Ehrgeiz und sein feines Gespür für Rhythmus loben. Gabriel spielt neben Kornett auch Alphorn, Klavier, Trompete und Flügelhorn. Ein Lieblingsinstrument habe er keines, sagt der Teenager.
Gabriel übt täglich zwischen 30 Minuten und 1 ½ Stunden auf seinen Instrumenten und schafft es wörtlich genommen «spielend», die Hilfe bei der Hofarbeit sowie seine Hausaufgaben unter einen Hut zu bringen. Er spielt in diversen Formationen wie der Nationalen Jugend-Brassband der Schweiz und der Aargauer Jugend-Brassband mit.
Auch beim regionalen Frühlingsprojekt der Jugend-Brassband Zurzibiet ist er dabei. «Etwas Unterrichtsstoff, den berühmten Feinschliff und die Leidenschaft für Musik gibt mir mein Vater weiter, der selbst ein begeisterter und bestbekannter Musiker ist», erzählt Gabriel. Musizieren sei für ihn zwischenzeitlich ein idealer Ausgleich zum Alltag.
Diesen Sommer stehen für das Jungtalent grössere Veränderungen an. Gabriel tritt eine dreijährige Lehre zum Landwirt EFZ im Welschland an. Er habe sich bewusst für diesen Schritt entschieden, um besser Französisch zu lernen. Im Anschluss an die Lehre ist geplant, die Berufsmatura zu absolvieren und längerfristig an der Zürcher Hochschule der Künste Trompete zu studieren.
Die Bretter, die die Welt bedeuten
Mit dem Auftritt im Fernsehen erfüllte sich für Gabriel ein grosser Traum. «Es war aufregend, aber wunderschön», berichtet er noch heute etwas schwärmerisch. Die Reaktionen liessen nicht lang auf sich warten: Freunde, Nachbarn und Musikfreunde aus der ganzen Region gratulierten ihm, viele mit der festen Überzeugung, dass man von diesem jungen Musikanten noch einiges hören werde.
Dass ein 14-jähriger Aargauer Junge auf nationaler Bühne die Volksmusik auf so frische Weise vertrat, war ein starkes Zeichen für die Zukunft dieses traditionellen Genres. Gabriel Hauenstein bewies, dass Volksmusik lebt und dass ihr Nachwuchs durch echte Begeisterung und ehrliches Können besticht. Wer ihn auf dem Loohof musizieren hört, merkt sofort: Hier wächst nicht nur ein grosses Talent heran, sondern ein Botschafter der Volksmusik, der die Menschen mit seinem Spiel verbindet.