Ein Ausdruck von Freundschaft

Im Brugger Rathaussaal wird eine ungewöhnliche Formation zu hören sein: mit Klarinette, Oboe und Fagott. Auch der Anlass hat es in sich.
Julia Guhl vor dem Schwarzen Tor, dem Wahrzeichen von Rottweil. (Bild: pbe)

Brugg – Ganz gewiss erinnern sich viele Bruggerinnen und Brugger an Werner Guhl, den früheren Bürgermeister von Rottweil. In seiner denkwürdigen Jugendfestrede im Jahr 2013 hielt er ein flammendes Plädoyer für die Freundschaft, im Speziellen für die Städtefreundschaft zwischen Brugg und Rottweil. Wenig später, am 28. Juni 2015, verstarb Werner Guhl, erst 58-jährig, überraschend an Herzversagen. An ihm verlor unsere Stadt einen echten Freund.
Vor diesem Hintergrund kommt dem Auftritt des Trios Arae Flaviae – so hiess Rottweil zur Römerzeit – eine besondere Bedeutung zu. An der Klarinette wird nämlich Julia Guhl zu ­hören sein, die Tochter des verstor­benen Rottweiler Bürgermeisters. Längst schon gab es Pläne für einen solchen Auftritt, die sich aber aus unterschiedlichen Gründen nie umsetzen liessen.
Jetzt endlich klappt es. Zusammen mit der Oboistin Indra ­Wilhelm und Thomas Schneider am Fagott – beide ebenfalls aus Rottweil – wird Julia Guhl unter dem Titel «Tanz der Hölzer» Kompositionen aus verschiedenen Epochen interpretieren. Darunter wird ein Werk des Brugger Komponisten Theodor Fröhlich sein. Der Rathaussaal wird dem Auftritt einen würdigen Rahmen verleihen.

Wie der Vater, so die Tochter
Julia Guhl wurde von ihrem Vater zum Musizieren ermutigt. Er selbst spielte im Musikverein Bösingen bei Rottweil Posaune und fungierte gleichzeitig als dessen Leiter. So war Musik im Hause Guhl omnipräsent, und da in Bösingen die Position der Klarinette verwaist war, ermutigte der Vater seine Tochter schon früh, diese Stelle einzunehmen. Ihr Talent wurde erkannt, und Julia wurde konsequent gefördert. Sie trat ins Musikgymnasium ein und studierte Musik im Lehramt. Heute leitet sie eine Musikschule sowie den Kammermusikverein Rottweil. Daneben tritt sie in unterschiedlichen Formationen konzertant auf.
Als Musikerin hat sie ein besonderes Flair für Kammermusik. Weitere Vorlieben gelten der Oper, sinfonischen Werken, dem Jazz und dem Soul. Julia Guhl ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. In ihrer Freizeit bewegt sie sich gern mit dem Bike oder zu Fuss in der Natur, und sie betreibt Yoga.

Gelebte Freundschaft
«Die Städtefreundschaft zwischen Rottweil und Brugg war immer ein Thema in unserer Familie», erinnert sich Julia Guhl. Das verwundert nicht, war ihr Vater doch zuständig für Rottweils Partnerstädte Brugg, Imst in Österreich, Hyères in Frankreich und L’Aquila in Italien. Sie selbst misst diesen Verbindungen eine grosse Bedeutung zu, vor allem der persönlichen Begegnung und dem Austausch mit Personen aus anderen Lebenskreisen. Gelebte Freundschaft – nicht nur für Werner Guhl, sondern ebenso für Julia Guhl ein prägender Begriff.
Initiant dieses Konzerts ist übrigens Martin Wehrli, langjähriger Freund der Familie Guhl und Präsident der Brugger Freunde von Rottweil. Er wird dann auch einige Gäste aus Rottweil begrüssen dürfen.

Samstag, 28. März, 17 Uhr
Rathaussaal, Brugg
Eintritt frei, Spenden erbeten