Dem Bahnhofplatz mehr Grandezza geben

Der Untere Bahnhofplatz ­gehört zu den wichtigsten ­öffentlichen Räumen Badens. Er soll saniert und neu ­gestaltet werden.
Beratung über die Zukunft des Unteren Bahnhofplatzes in Baden. (Bild: bkr)

Baden – Eine umfassende Sanierung des Unteren Bahnhofplatzes bietet Gelegenheit, diesen neu zu gestalten. Für entsprechende Studien und Planungen hat der Badener Einwohnerrat im ­Oktober 2025 eine Summe von brutto 392 000 Franken bewilligt. Brutto deshalb, weil sich die reformierte Kirchgemeinde mit 50 000 Franken an der Planung beteiligt und ihr Grundstück Teil des Studienauftrags werden lassen will. Nach diesem Schritt werden Stadt und Reformierte die weiteren Planungen unabhängig voneinander verfolgen.

Bessere Statik für Bäume
Was sind die Ziele des Stadtrats? Welche Vorstellungen haben die Badenerinnen und Badener? Stadtammann Markus Schneider konnte letzten Donnerstag im reformierten Kirchgemeindehaus interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung begrüssen. In diese eingebettet wurden workshopartig aktuelle Mängel und Verbesserungswünsche zusammengetragen. Am von Roman Dellsperger von der Zürcher Firma Moderat geleiteten Anlass schilderte Monika Greber, Projekt­leiterin Stadtentwicklung, die Geschichte des sich heute über zwei ­Ebenen erstreckenden Platzes. Zu seinen zwei Ebenen kam er im Rahmen der Badener Verkehrssanierung in den 1960er-Jahren. Umgesetzt wurden die Pläne für den Oberen und Unteren Bahnhofplatz samt Metro-Shop 1972. «Was damals entstand, war die erste Fussgängerzone der Schweiz», sagt Monika Greber nicht ohne Stolz.
Inzwischen ist eine statische Ertüchtigung der Tragkonstruktion des Platzes nötig geworden. Er bildet die ­Decke des darunterliegenden Parkhauses. Diese besteht aus einer 15 Zentimeter dicken Betonplatte, die von einem Trägerraster gestützt wird. Ursprünglich war die Konstruktion für Fahrzeuge mit einem Gewicht von 15 Tonnen ausgelegt, 2005 wurden Massnahmen getroffen, um auch 40-Tonnen-Lastwagen die Zufahrt zu ermöglichen. Das klingt nach viel Tragkraft, reicht aber nicht aus, um mit der anstehenden Sanierung veritable Bäume samt Erdreich platzieren zu können.
Mit dem vom Einwohnerrat genehmigten Planungsverfahren soll aufgezeigt werden, wie die Identität des Platzes als Teil der Verbindungsachse zwischen Altstadt und Bädern gestärkt und die Aufenthaltsqualität verbessert werden kann. «Drei Teams, bestehend aus den Disziplinen Städtebau und Landschaftsarchitektur, werden im Rahmen eines Studienauftrags Lösungsvorschläge erarbeiten. Die noch nicht erfolgte Auswahl der Teams wird über eine öffentlich ausgeschriebene Präqualifikation vorgenommen», schildert Monika Greber das Vorgehen.

Der Untere Bahnhofplatz – hier seine Verlängerung hin zum Metro-Shop – soll mehr Grandezza erhalten. (Bild: bkr)

Von Fassade zu Fassade
Die Aufgaben der Planungsteams bestünden unter anderem darin, von Fassade zu Fassade zu denken – eine gestalterische Gesamtidee für Platz, Bodenbelag, Möblierung, Beleuchtung sowie Beschattung zu liefern. «Man möchte dem Platz mehr Grandezza geben», sagt Monika Greber. Im Fokus stehen ausserdem die Übergänge, die Verbindungen vom Metro-Shop und vom Oberen Bahnhofplatz sowie hinunter an die Limmat. Wichtig ist hier, die Passantinnen und Passanten mit wegweisenden Elementen über den Platz hinweg zu ihren Zielen zu begleiten.
Wie lauten die Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger? Sie konnten an der Informationsveranstaltung ihre Ideen einbringen, die nun in die Überlegungen der Planer einfliessen sollen. Als wichtige Punkte wurden Brunnen und Wasserflächen, Aussengastronomie, aber auch Sitzgelegenheiten und Beschattung genannt. Zudem werden fix montierte, barrierefreie Strom- und Wasseranschlüsse für Aktivitäten auf dem Platz gewünscht sowie eine attraktive Treppe hinunter an die Limmat.