Auf ein Verlustjahr folgt ein sehr gutes Ergebnis

Das Geschäftsjahr 2025 war für die Bad Schinznach AG sehr erfolgreich. Sie steigerte den Umsatz und bügelte den Vorjahresverlust aus.
Operative Trendwende der Bad Schinznach AG erwirkt: Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Wyss (links) und Daniel Bieri, Vorsitzender der Geschäftsleitung. (Bild: hpw)

Schinznach – Dem Verwaltungsratspräsidenten Hans-Rudolf Wyss und dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Daniel Bieri, konnte man an der Bilanzpressekonferenz der Bad Schinznach AG die Genugtuung über die operative Trendwende nachfühlen. Sie berichteten von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2025 – im Gegensatz zum schwachen Ergebnis aus dem Jahr davor. Bei einem Umsatz von 58,84 Millionen Franken (2024: 56,77 Mio. Fr.) resultierte ein Jahresgewinn von 2,31 Millionen Franken (2024: 3,64 Mio. Fr. Verlust). 
Die Bad Schinznach AG ist Eigen­tümerin und Betreiberin der Kur- und Hotelanlagen Bad Schinznach. Ihre Wurzeln reichen bis 1696 zurück, was sie zu einer der ältesten aargauischen, ja schweizerischen Firmen macht. Hauptaktionärin ist seit 1988 die Wyss-Gruppe Brugg mit 58 Prozent Beteiligung; hinzu kommt ein ­Innerschweizer Investor mit 13,8 Prozent, der Rest verteilt sich auf 800 Einzelaktionäre. Zur Bad-Schinznach-Gruppe gehören auch die Klinik Meissenberg AG, Zug (100 Prozent), und die Schwob AG, Leinenweberei und Textilpflege in Burgdorf (38 Prozent).

Solides Ergebnis
Im vergangenen Geschäftsjahr trugen alle Geschäftsbereiche zur ­Stabilisierung bei. Die Privatklinik Im Park Schinznach verzeichnete 20 186 Pflegetage (2024: 19 888) und erreichte mit durchschnittlich 55,1 Patienten täglich eine hohe Auslastung der 59 verfügbaren Betten. Die Klinik Meissenberg Zug registrierte 25 829 Pflegetage (2024: 24 814). In den Thermalbädern Aquarena und Thermi sank die Frequenz zwar leicht, dafür stieg sie im Saunabereich und lag mit total 366 442 Eintritten auf dem Niveau des Jahres davor (366 536). Der Golfkurzparcours Pitch & Putt notierte 15 432 Runden (2024: 13 824).  
Preisanpassungen zu Beginn des Geschäftsjahres bewirkten im 4-Sterne-Kurhotel Im Park zunächst einen Rückgang der Gästezahlen um über 15 Prozent. Danach normalisierte sich die Nachfrage und pendelte sich bei 10 341 Logiernächten ein (2024: 10 692). Dank der Preiserhöhung blieb der Umsatz stabil. 50 Prozent der Hotelbuchungen betrafen Kurgäste, die auch vom Wellness- sowie vom medizinisch-therapeutischen Angebot Gebrauch machten, 10 Prozent waren Businessgäste, die restlichen 40 Prozent oft Entspannung suchende Wochenendgäste.

Anpassungen wirkten
Verwaltungsratspräsident Hans-­Rudolf Wyss und der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Daniel Bieri, bestätigten, dass die nach dem schwachen Vorjahresabschluss getroffenen Massnahmen wie Kostensenkungsprogramme und Prozessanpassungen die angestrebte ergebnisverbessernde Wirkung erfüllten. So sparte beispielsweise der Bäderbetrieb eine halbe Million Franken, indem die herausfordernden nächtlichen Anlagenreinigungen mit eigenem Personal durchgeführt und nicht mehr an Dritte vergeben wurden. Auch tiefere Schulden und günstigere Zinsen verbesserten die Erfolgsrechnung.
Das solide Jahresergebnis 2025 wird durch die Finanzkennzahlen zur Liquidität, Rentabilität und Substanz des Unternehmens gestützt. Der Betriebsgewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich gegenüber dem Jahr davor um 46,6 Prozent auf 9,12 Millionen Franken. Die Abschreibungen beliefen sich auf 6,06 Millionen Franken, und das Eigenkapital stieg von 40,48 auf 42,07 Millionen Franken. Der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer Dividende von 8 Prozent (im Vorjahr 5 Prozent) beantragt.

Grosser Immobilienbesitz
Die Bad-Schinznach-Gruppe verfügt über einen bedeutenden Immobilien- und Grundstückbesitz, der vorsichtig mit 71,60 Millionen Franken bewertet ist. Allein die Kurparkanlage Schinznach umfasst 53 Hektar. In Zug ist eine Ortsplanungsrevision im Gang, wobei ein letztes Jahr vom Stadtrat vorgelegter Richtplan vorsieht, einen Teil der Landreserve bei der Klinik Meissenberg von der Landwirtschaftszone in die Bauzone zu überführen, was den Immobilienwert weiter steigen liesse.
Die Bad Schinznach AG ist eine bedeutende Arbeitgeberin. In der Klinik Meissenberg arbeiten 178 Personen, im Bad Schinznach 347 Personen. In der Privatklinik Im Park Schinznach kommen 47 Prozent der Patientinnen und Patienten aus dem Kanton Aargau, 35 Prozent aus dem Kanton ­Zürich, 6 Prozent aus dem Kanton ­Solothurn und 12 Prozent aus den ­übrigen Kantonen. 

Neue Pläne
Die Bad Schinznach AG richtet den Fokus 2026 auf die weitere Standortentwicklung. Dazu zählen die Weiterbearbeitung der zurückgestellten Pläne für ein neues Hotel- und Infrastrukturgebäude sowie die Sicherstellung der Thermalwasserförderung durch eine neue Quellbohrung. Das Hotelprojekt hat inzwischen einige Änderungen mit betrieblichen und architektonischen Verbesserungen erfahren. Auf ein zweites Restaurant wird verzichtet. An dessen Stelle wird die neue Küche platziert, und die bisherige Küche wird zu einem Fitnessraum umgebaut. Aus einigen bisherigen Hotelzimmern werden Patientenzimmer. Im nächsten Monat wird ein neues Baugesuch eingereicht, und im ersten Quartal 2027 ist der Baustart geplant. 
Die vorgesehene Renaturierung des alten Aarelaufs beim Kurpark und der Abbruch des bisherigen Hilfswehrs, die zu einer Absenkung des Flusspegels und zu veränderten Druckverhältnissen führen werden, wirkt sich auch auf die Thermalwasserfassung aus. Zur langfristigen Versorgungssicherheit führte die Bad Schinznach AG bereits Sondierbohrungen für eine neue Fassung durch. Ihr Standort im südlichen Areal steht fest – erste Resultate stimmen zuversichtlich.