Ein Brot aus der Römerzeit

Die Kantonsarchäologie hat bei Grabungen auf der Baustelle für eine Wohnsiedlung ein verkohltes Brot aus der Römerzeit entdeckt.
Das in Windisch entdeckte Fladenbrot. (Bild: Kantonsarchäologie)

Windisch – Der Fund auf der Baustelle zwischen der Zürcherstrasse und der Scheuergasse weckte sofort die Neugierde des Grabungsteams. Es handelte sich um ein rundliches, schwarz verkohltes Objekt, das aus der Römerzeit stammen könnte. Das Objekt wurde zusammen mit der umliegenden Erde als Block aus dem Boden entfernt und umgehend ins Restaurierungslabor der Kantonsarchäologie gebracht.
Dort nahm ein Archäobotaniker der Integrativen und Naturwissenschaftlichen Prähistorischen Archäologie der Universität Basel das Objekt unter die Lupe und befand, dass es sich bei dem schwarzen Klotz grosser Wahrscheinlichkeit nach um ein verkohltes römisches Brot handelt. Es hat einen Durchmesser von zehn Zentimetern, ist etwa drei Zentimeter dick und sieht aus wie ein kleines Fladenbrot. Nähere wissenschaftliche Analysen in einem Speziallabor in Wien sind nun geplant, wie die Kantonsarchäologie mitteilt.

Nur in verkohlter Form
Brote aus der Römerzeit werden bei Grabungen äusserst selten entdeckt, da sie nur in verbranntem Zustand erhalten bleiben – wie zum Beispiel in der Bäckerei im römischen Pompeji. Der Fund des schweizweit ersten ­römischen Brots untermauere umso mehr, wie bedeutend der Fundplatz Vindonissa für die Archäologie sei, so der wissenschaftliche Grabungsleiter Kaan Memik in einer Mitteilung.
Das Fladenbrot war neben dem ­Getreidebrei übrigens das wichtigste Grundnahrungsmittel der einfachen römischen Soldaten, und sowohl die Zutaten als auch die Herstellung des sogenannten Panis militaris sind bis heute bekannt. Es bestand aus Vollkornmehl, Wasser und Salz. Gewisse Legionäre verwendeten eine Fischsauce als Salzersatz. Die Fladenbrote wurden so in einer Tonform über dem Feuer gebacken.