Dschungelfieber im Salzhaus

Mit viel Spielfreude, Musik und Teamgeist verwandelten Brugger Drittklässler das Salzhaus in einen lebendigen Dschungel.
Die Kinder des Stapfelschulhauses führten des «Dschungelbuch» auf. (Bild: zVg)

Brugg – Am vergangenen Donnerstagabend entstand im Salzhaus in Brugg eine farbenprächtige Dschungelwelt. Rund 50 Drittklässlerinnen und Drittklässler aus dem Stapferschulhaus brachten das Musical «Dschungelbuch» auf die Bühne und entführten das Publikum in eine fantasievolle Geschichte voller Freundschaft, Mut und Abenteuer.
Mit beeindruckender Präsenz schlüpften die Kinder in die Rollen von Mogli, Balou und Baghira. Dabei überzeugten sie nicht nur schauspielerisch, sondern auch musikalisch. Lieder auf Deutsch und Englisch wurden mit bemerkenswerter Sicherheit vorgetragen. Die aufwendig gestalteten Tierkostüme und die lebendige Inszenierung sorgten für eine fesselnde Atmosphäre, die das Publikum von der ersten Minute an in ihren Bann zog. Hinter der Produktion steht die erfahrene Theaterpädagogin Katie Monaghan, die seit Jahren Schul­musicals inszeniert. Für sie stellte das diesjährige Projekt eine besondere Herausforderung dar. Die Länge der Geschichte, die anspruchsvollen Texte sowie die musikalischen Arrangements mit ihren unterschiedlichen Harmonien und Rhythmen verlangten den jungen Darstellerinnen und Darstellern einiges ab. Umso grösser war die Freude über das Ergebnis, das die Erwartungen sogar übertraf.

Teamarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen, Eltern und der musikalischen Leitung. Ohne das Engagement aller Beteiligten wäre eine Produktion dieser Grössenordnung kaum möglich gewesen. Vom Bühnenbild über die Kostüme bis zum Einstudieren der Texte trugen viele Hände zum Gelingen bei. Gerade diese gemeinsame Arbeit macht den besonderen Wert solcher Schulprojekte aus. Die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen, sich aufeinander zu verlassen und als Gruppe ein Ziel zu verfolgen. Gleichzeitig erhalten sie die Möglichkeit, ihre individuellen Stärken einzubringen und auf der Bühne sichtbar zu machen.
Die Arbeit am Musical war für die Kinder von starken Emotionen geprägt. Zwischen Vorfreude und Nervosität erlebten sie eine intensive Zeit, in der anfangs Ungeduld zu spüren war. Mit einer gelungenen Generalprobe kam jedoch die Wende: Das Selbstvertrauen wuchs, und die Klasse entwickelte sich zunehmend zu einem Team, das sich gegenseitig unterstützte. Auch Katie Monaghan selbst kannte die Anspannung vor der Premiere, wollte den Schülerinnen und Schülern jedoch bewusst Stärke und Durchhaltevermögen vorleben.

Entwicklung der Kinder
Besonders eindrücklich ist für sie die Entwicklung der Kinder während des Projekts. Schritt für Schritt entfalten sie ihr Potenzial, oft über das hinaus, was man ihnen zunächst zutraut. Hier liegt für Monaghan der besondere Reiz der Zusammenarbeit.
Den pädagogischen Wert eines ­Musicals sieht sie in der Vielschichtigkeit: Neben musikalischen und darstellerischen Fähigkeiten werden Bewegung, Koordination, Organisation und soziale Kompetenzen gefördert. Vor allem aber stärkt ein solches Projekt das Selbstbewusstsein und gibt Kindern Raum, sich auszuprobieren und auf der Bühne zu wachsen.
Die Vorbereitung erstreckte sich über mehrere Monate. Seit Januar wurde wöchentlich an den Liedern gearbeitet, parallel dazu studierten die Kinder ihre Texte im Unterricht und zu Hause ein. In den Wochen vor der Aufführung wurden die Proben mit mehreren kompletten Durchläufen intensiver, sodass die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt Sicherheit gewannen.

Lernen über den Unterricht ­hinaus
Für Katie Monaghan geht der pädagogische Nutzen weit über das reine Theaterspielen hinaus. Projekte wie dieses fördern soziale Kompetenzen, stärken das Selbstvertrauen und eröffnen neue Ausdrucksformen. Besonders Kinder mit einer Affinität zur Bühne profitieren davon, ihr Talent in einem geschützten Rahmen zu entfalten. Die Begeisterung im Saal zeigte deutlich, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Am Ende blieb nicht nur ein gelungenes Musical, sondern auch ein gemeinsames Erlebnis, das den Beteiligten noch lang in Erinnerung bleiben dürfte.
An Ausruhen auf dem Erfolg ist aber nicht zu denken, denn das nächste Projekt steht bereits vor der Tür. Das Schulmusical «Der Zauberer von Oz» wird von den Schülerinnen und Schülern des Spotlight-Theaterprojekts unter der Leitung von Katie Monaghan im Salzhaus aufgeführt. Die Hauptdarsteller, die sich in Auditions qualifiziert haben, werden von einem Chor der vierten Klasse des Stapferschulhauses unterstützt. Am 26. Juni laden Dorothy, Toto, der Blechmann, der Löwe und die Vogelscheuche das Publikum zu einer wirbelnden Reise in das Land Oz ein. Der Eintritt ist frei, die Plätze sind auf 50 begrenzt, am Ende der Veranstaltung gibt es eine freiwillige Kollekte.