Wettingen – Die 2022 verabschiedete Masterplanung Schulrauminfrastruktur 2040 zeigt auf, dass sich mit der steigenden Bevölkerungszahl die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den kommenden Jahren erhöht. Um diesem Mehrbedarf an Schulraum rechtzeitig und koordiniert zu begegnen, wird eine langfristige und etappierte Schulraumstrategie verfolgt. Das pädagogische und räumliche Herzstück der Strategie bildet die Schullandschaft Margeläcker. Die Vision dieses Standorts, so wurde anlässlich des Infoparcours vom vergangenen Samstag einmal mehr betont, wurde in einem breit abgestützten Prozess entwickelt.
Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen, Eltern, Vertreter der Politik sowie weitere Beteiligte wirkten aktiv an der Erarbeitung der Vision, die alle Anforderungen vereint. In Anlehnung an den vom Einwohnerrat genehmigten Studienauftrag wurden von Architekten verschiedene Varianten erarbeitet und von einer breit abgestützten Jury beurteilt. Das Siegerprojekt von Burkard Meyer Architekten BSA, Baden, wurde im vergangenen Jahr vom Beurteilungsgremium einstimmig gewählt und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ein Generationenprojekt
Der in der Aula der Schulanlage Margeläcker errichtete und von Architekten des Gewinnerteams, örtlichen Politikern, Fachpersonen aus Bau und Planung, Vertretern der Schule, Gesellschaft und Vereinen persönlich betreute Parcours diente dem Ziel, die Fragen der Teilnehmenden zu beantworten. In kurzen Talks forderte Moderatorin Andrea Grünenfelder die Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Bereiche mit gezielten Fragen heraus. Damit konnten den Veranstaltungsteilnehmenden zusätzliche Informationen vermittelt werden.
Nachdem Gemeindeammann Markus Haas und Vizeammann Christian Wassmer nochmal auf den fehlenden Schulraum, den Projektierungskredit und die Auswirkungen auf die Finanzen hingewiesen hatten, beantworteten die Architekten Daniel Krieg und Oliver Dufner die Frage von Andrea Grünenfelder, weshalb man von Schullandschaft und nicht von Schulraum spreche. «Die bestehenden Bauten bilden durch unterschiedliche Nutzungen bereits eine Schullandschaft. Mit den drei neuen Schulhäusern, die eine eigene Identität und Organisation haben werden, soll die Schullandschaft erweitert werden», erläuterte Daniel Krieg. Dadurch entstünden übersichtliche und identitätsstiftende Einheiten mit je 300 bis 450 Schülerinnen und Schüler pro Gebäude. In den Erdgeschossen sollen Räumlichkeiten für die Nutzung von Vereinen ausserhalb der Unterrichtszeiten geschaffen werden.
Schulraumproblem ist Tatsache
Serge Bütler, Leiter Masterplanung, beantwortete die Frage, ob in Wettingen ein Schulraumproblem bestehe, mit einem klaren Ja. Begründet wird diese Aussage nicht zuletzt durch die Tatsache, dass mit der regen Bautätigkeit auch junge Familien mit Kindern in Wettingen Wohnsitz nehmen und die Oberstufe mehr Schulraum als die heute verfügbare Fläche benötigt.
Obwohl der Anlass der bevorstehenden Abstimmung zum Schulraum Margeläcker gewidmet war, kam Jlko Müller, Leiter Bau und Planung, auf die übrigen drei Puzzleteile zu sprechen, durch die der Schulraum bis 2040 gesichert werden soll. So werden neben der Schullandschaft Margeläcker die Erweiterung und die Umbauten der Schullandschaften Altenburg, Dorf und Zentrum noch nicht genau bekannte Kosten generieren.
In seiner Sitzung vom 5. März hat der Einwohnerrat das Kreditbegehren für die Projektierung der Schulanlage Margeläcker mit 42 Ja- zu 4 Nein-Stimmen genehmigt. In der Abstimmungsvorlage wird darauf hingewiesen, dass dieser Projektierungskredit auf die Budgets der kommenden Jahre nur einen kleinen Einfluss hat, zumal Geld am Finanzmarkt aufgenommen werden muss. Die dadurch anfallenden Zinsen können durch die laufende Rechnung gedeckt werden. Die sich daraus ergebenden und auf 35 Jahre ausgerichteten Abschreibungskosten belaufen sich jährlich auf rund 223 000 Franken. Später kommen die Abschreibungskosten des Neu- und Umbaus hinzu. Die Begleitkommission war und wird auch künftig für die festgelegte Umsetzung des Bauvorhabens besorgt sein, und so hofft man, dass nach dem klaren Ja des Einwohnerrats das Stimmvolk ebenfalls dem Kreditbegehren zustimmt.