Rückschlag für McDonald’s

Nach hartem Widerstand aus der Bevölkerung und langer Ungewissheit sagt der ­Gemeinderat Nein zum Bau­gesuch der Fast-Food-Kette.
So sollte die McDonald’s-Filiale in Windisch dereinst aussehen. (Visualisierung: Archiv)

Windisch – An breiter Front wurde gegen das geplante McDonald’s-Restaurant mit Drive-in an der Hauserstrasse 43 gekämpft, nun erhält die Gegnerschaft Rückendeckung vom Gemeinderat. Wie es aussieht, wird die Fast-Food-Kette wohl nicht nach Windisch kommen.
Die «Anforderungen an eine qualitätsvolle Entwicklung des Standorts» seien nicht ausreichend erfüllt, heisst es zur Begründung. Dabei führt der Gemeinderat drei Punkte auf: eine mangelnde städtebauliche Einpassung des Projekts, eine ungenügende Umgebungsgestaltung und eine starke Unternutzung des Grundstücks.

«Verdünnung statt Verdichtung»
«Das geplante Gebäude würde nicht, wie von der Bau- und Nutzungsordnung gefordert, zur Aufwertung des Strassenraums beitragen», erläutert Gemeinderat Reto Candinas auf Anfrage. «Anstatt dass ein grosser Bau direkt an der Strasse gebaut würde, der Lärmschutz für das dahinterliegende Quartier bietet, würde McDonald’s mit dem Bau noch mehr von der Strasse abweichen, als es der ehemalige Coop schon tat.» Der Neubau würde die Anforderungen bezüglich Aufwertung des Strassenraums und Lärmschutz in keiner Weise erfüllen, so Candinas.
In der Mitteilung des Gemeinderats heisst es weiter, er lege grossen Wert auf eine «nachhaltige und ortsverträgliche Entwicklung des Gemeindegebiets». Bauvorhaben sollten sich sowohl hinsichtlich ihrer Gestaltung als auch bezüglich der Nutzung des verfügbaren Bodens angemessen in das bestehende Umfeld einfügen. «Das Potenzial der Nutzung des Bodens würde in diesem Fall bei Weitem nicht ausgeschöpft», sagt Candinas. «Sie würde etwa einem Drittel des Möglichen entsprechen und, überspitzt gesagt, in Richtung Verdünnung statt Verdichtung gehen.»

Littering und die Schule
Als das Projekt vor anderthalb Jahren der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, standen für die Gegnerschaft andere Themen als die Verdichtung im Vordergrund. So führte sie vor allem das Littering, den Verkehr und die nahe gelegene Schule als Argumente ins Feld. Die Gefahr sei gross, dass die Jugendlichen in den Randstunden Burger und Pommes statt etwas Gesundes essen würden, hiess es beispielsweise. Am Standort der ehemaligen Coop-Filiale sollte deshalb kein McDonald’s mit 154 Innen- und 84 Aussenplätzen sowie 40 Parkplätzen entstehen, so der Tenor damals.
Das Baugesuch wurde Ende Fe­bruar 2025 aufgelegt, insgesamt zehn Einwendungen gingen bei der Gemeinde danach ein. Da die Bauherrschaft bei der Gemeinde erfolgreich um mehr Zeit für eine Stellungnahme bat, dauerte es bis Ende des Jahres, bis alle Einwendungsverhandlungen geführt waren. Danach wartete man ein halbes Jahr auf eine Beurteilung des Gemeinderats.

Hier befand sich früher eine Coop-Filiale. (Bild: leh)

Bedauern bei McDonald’s
Wie McDonald’s auf den abschlägigen Bescheid aus Windisch reagieren wird, ob das Unternehmen Beschwerde einlegen wird oder ob das Projekt nun vom Tisch ist, muss sich weisen. Auf Anfrage sagt Mediensprecher Alberto Picece, dass McDonald’s die Entscheidung des Gemeinderats sehr bedaure und zugleich erstaunt sei, da das Unternehmen mit den zuständigen Stellen vor der Baueingabe frühzeitig und umfassend die Verkehrs- und Lärmsituation sowie die Zonenkonformität geklärt habe.
«Wir werden die Begründung des Gemeinderats nun sorgfältig auswerten, die Situation beurteilen und anschliessend über die nächsten Schritte entscheiden», so Picece. «Bei Baugesuchen kann es trotz vorgängiger Abklärungen zu unterschiedlichen Beurteilungen kommen. Umso wichtiger ist für uns eine fundierte Prüfung der Begründung.»