Minderausgaben beeinflussen Rechnung

Ob der Gemeinderat die Hitze voraussah? Der Entscheid, die Versammlung versuchsweise im Kino Pathé durchzuführen, war richtig.
Einwohnergemeindeversammlung vom 23. Juni im Kino Pathé in Spreitenbach. (Bild: zVg)

Spreitenbach – Kühle Köpfe für die politische Beratung: Der als Pilotversuch angekündigte Umzug der Gemeindeversammlung von der saunaartigen Turnhalle Boostock in den Saal 2 des Kinos Pathé Spreitenbach erwies sich als goldrichtig. Nicht nur wegen der Hitze, sondern auch aufgrund der dort zur Verfügung stehenden Infrastruktur. Der Kinosaal punktet mit einer grossen Leinwand, optimaler Akustik, klimatisierten Räumlichkeiten und barrierefreiem Zugang. Um zu entscheiden, ob man künftig an diesem Versammlungsort festhalten möchte, wurde eine Umfrage gestartet. Inte­ressierte können sich auf der Website der Gemeinde dazu äussern.
Mit 129 der 5122 Stimmberechtigten konnte Gemeindepräsident Markus Mötteli letzte Woche 27 Personen mehr als vor Jahresfrist begrüssen. Gewohnt zügig ging es an die ­Abarbeitung der kurz gehaltenen Traktandenliste.

Friedliches Halloween
Der umfassende Rechenschaftsbericht erlaubte einen Überblick über die vielfältigen Projekte, Anlässe, aber ebenso Herausforderungen, die Spreitenbach letztes Jahr prägten. «Mit der Ausgliederung der Gemeindebetriebe Elektrizitätsversorgung und Kommunikationsnetz in die neu gegründete Netze Spreitenbach AG wurde ein grosser und zukunftsgerichteter Schritt vollzogen», so Markus Mötteli in seinen Ausführungen.
Erwähnt hat er ausserdem das zum Jahresbeginn in Kraft getretene neue Organisationsreglement, das den vorläufigen Abschluss einer ersten grossen Phase der Organisations- und Führungsentwicklung bildet, in der Zuständigkeiten, Rollen und Prozesse innerhalb der Gemeinde neu geordnet und geschaffen wurden. Die Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2025 führten dazu, dass die Reorganisation der Kommissionen weiter vorangetrieben, entschlackt und nach den strategischen Bedürfnissen der Gemeinde ausgerichtet wurde.
Aufhorchen liessen auch einige Zahlen und Fakten. So ist die Bevölkerung in den vergangenen zwei Jahren um etwa 1000 Personen auf knapp 13 550 Bewohnende gewachsen. Die Regionalpolizei hat bei 66 Geschwindigkeitskontrollen 509 305 Fahrzeuge gemessen. Dabei mussten 16 011 Personen – rund 3 Prozent – verzeigt werden. Ein überproportionaler Anstieg gab es bei den Hunden zu verzeichnen, stieg doch deren Zahl im Berichtsjahr von 450 auf über 530. ­Erfreut zeigte sich Markus Mötteli darüber, dass es in den vergangenen zwei Jahren an Halloween keine nennenswerten Vorfälle gegeben habe, und zum Schluss dankte er allen, die am Rechenschaftsbericht, der auf der Website der Gemeinde eingesehen werden kann, mitgewirkt haben.

Positive Verwaltungsrechnung
Nachdem die Budgetierung ursprünglich einen Aufwandüberschuss von 1,113 Millionen Franken vorgesehen hat, schliesst die Rechnung 2025 erfreulicherweise mit einem Ertragsüberschuss von 1,062 Millionen Franken ab. «Damit bewegt sich die Jahresrechnung auf dem Niveau von 2024, in dem ein Ertragsüberschuss von 967 426 Franken erzielt wurde. Es sind verschiedene Faktoren, die zum positiven Rechnungsergebnis beigetragen haben», so der Gemeindepräsident.
Während die Kosten für die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal um 350 000 Franken tiefer ausfielen, haben sich auch die tieferen Nettokosten der Feuerwehr (90 000 Franken), im Bildungsbereich (200 000 Franken) und Einsparungen durch die Ausgliederung der Werke (500 000 Franken) positiv ausgewirkt. Das Steuerergebnis wurde mit Mehreinnahmen von 1,3 Millionen Franken deutlich übertroffen.
Die planmässigen Abschreibungen für das Dorffest schlugen mit 500 000 Franken zu Buche, und Sorge bereiten die um etwa eine Million Franken gestiegenen Kosten im Bereich der kantonalen Pflegefinanzierung. Die Nettoinvestitionen, hauptsächlich hervorgerufen durch den Schulhausneubau, beliefen sich auf 14,2 Millionen Franken. «Trotz positivem Ergebnis stehen hinsichtlich der Infrastruktur bedeutende Investitionen an. Gleichzeitig werden die Finanzausgleichszahlungen rückläufig sein», sagte Markus Mötteli. Die Verwaltungsrechnung wurde ohne Gegenstimme genehmigt.

Ärgernis Trendfahrzeuge
Gleich fünf Kreditabrechnungen mit einem Gesamtvolumen von 4,324 Millionen Franken konnten dem Souverän zur Genehmigung unterbreitet werden. Während vier Projekte mit einer Kreditunterschreitung von insgesamt 168 245 Franken abgeschlossen werden konnten, kam es bei der Teilerschliessung Wohn- und Gewerbezone Kreuzäcker zu einer Kreditüberschreitung von 35 748 Franken.
Die Mehrkosten liegen damit im Bereich der Kostenungenauigkeit von 10 Prozent der Kreditsumme. Patrik Schmid, Präsident der Finanzkommission, der durch das Traktandum führte, begründete die Kreditüberschreitung mit der Tieferlegung der Entwässerung, die höhere Aushub­kosten nach sich zog. Die fünf Kreditabrechnungen wurden mit grosser Mehrheit genehmigt.
Zum Schluss kam es zu Wortmeldungen seitens der Teilnehmenden. Während sich die einen über die regelmässigen Geschwindigkeitsüberschreitungen in der 30er-Zone aufregten, echauffierten sich die anderen über die zunehmende Belastung der Strassen und Wege aufgrund der ­steigenden Zahl der Trendfahrzeuge und regten vermehrte Polizeikontrollen an.