Killwangen – Die hohen Temperaturen dürften viele Killwangerinnen und Killwanger davon abgehalten haben, den Sommerabend im Mehrzweckgebäude zu verbringen. So begrüsste Gemeindeammann Markus Schmid nur 43 der 1321 Stimmberechtigen zur Gemeindeversammlung.
Nach der Genehmigung des Protokolls der Gemeindeversammlung vom 26. November 2025 erläuterte Markus Schmid den Rechenschaftsbericht 2025. Der Bericht gibt einen Überblick über die wichtigsten Tätigkeiten, Projekte und Entwicklungen im Berichtsjahr. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) wies darauf hin, dass die Formulierung, wonach der Rechenschaftsbericht «in allen Teilen für richtig befunden» worden sei, den Eindruck erwecken könnte, die GPK habe sämtliche Geschäfte und Entscheide im Detail geprüft oder deren Inhalt umfassend bestätigt. Das entspricht jedoch nicht dem Umfang der gesetzlichen Prüfungstätigkeit der GPK. Dieser Hinweis hinderte die Anwesenden nicht daran, den Bericht dennoch gutzuheissen.
Verschuldung ist gesunken
Erfreuliches hatte der Gemeindeammann auch zur Jahresrechnung 2025 zu berichten. Diese schliesst mit einem Überschuss von 458 014 Franken. Der Steuerertrag natürlicher Personen wird mit 2947 Franken pro Kopf beziffert, der damit deutlich über den Zahlen von Nachbargemeinden wie Spreitenbach oder Neuenhof liegt.
Um etwa 300 000 Franken haben sich die Schulden gegenüber dem Jahr davor reduziert, sie betragen derzeit 4,56 Millionen Franken. Pro Einwohnerin und Einwohner liegen diese nun bei 1994 Franken. Im Jahr 2024 waren es noch 2094 Franken. Wie in vielen anderen Gemeinden wirken sich in Killwangen die steigenden Pflegefinanzierungskosten auf die Finanzen aus. Der Präsident der Finanzkommission, Fred Heymann, dem in der Folge die Aufgabe zufiel, über zahlreiche Kreditabrechnungen abstimmen zu lassen, dankte Kevin Busslinger, Leiter Finanzen, sowie dem Gemeinderat für die Bereitstellung der umfassenden Unterlagen und die Beantwortung der Fragen. Sowohl die Jahresrechnung als auch die Kreditabrechnungen wurden grossmehrheitlich genehmigt.
Wasserversorgung sicherstellen
Das aus zwei runden Kammern bestehende Wasserreservoir Häuli stammt aus dem Jahr 1950. Der Zustand des Bauwerks stimmt mit der 76-jährigen Nutzung überein. Die Anlage entspricht nicht mehr dem Stand der Technik, und das Speichervolumen ist zu klein, zumal ein fehlender Bedarf von 70 Kubikmetern Löschwasser ausgewiesen wird. Gemeinderat Roger Gauch erläuterte die geplante Anlage – das künftig aus
zwei länglichen Wasserkammern bestehende Reservoir mit einem Fassungsvermögen von 1000 Kubikmetern – anhand einer visuellen Präsentation. Damit können auch die geforderten Löschwasserreserven von 300 Kubikmetern geschaffen werden.
Mit zwei Kammern kann der Betrieb ausserdem bei Reinigungsarbeiten aufrechterhalten werden. Das vorgelagerte Schieberhaus ist in zwei Etagen geteilt. «Der gewählte Standort liegt im Wald der Ortsbürger. Durch die Höherlegung von rund zehn Metern kann der Druckausgleich mit dem Wasserversorgungsnetz der Gemeinde Spreitenbach hergestellt werden», so Roger Gauch. Während die Ortsbürger dem Dienstbarkeitsvertrag am 19. Juni bereits zugestimmt haben, wird dieser der Einwohnergemeinde am 25. November vorgelegt. Grossmehrheitlich und ohne Gegenstimme wurde der Verpflichtungskredit in Höhe von 2,562 Millionen Franken genehmigt.
Rohrleitungsbruch mit Folgen
Der Rohrleitungsbruch in der Fadackerstrasse am 14. März, durch den Keller und Gärten geflutet wurden, hatte grosse Auswirkungen auf das Wasserleitungsnetz und zieht nun die Sanierung der Strasse nach sich. Beeindruckt zeigten sich die Versammlungsteilnehmenden von einem Video, das Gemeinderätin Christine Gisler aufgenommen hatte und das einleitend präsentiert wurde. Nicht weniger als 12 000 Liter Wasser pro Minute flossen durch die Strasse, sodass das Reservoir Häuli innert kürzester Zeit leer war.
«Die Sanierung der Fadackerstrasse war für die nahe Zukunft nicht geplant, zumal der Deckbelag mehrheitlich in einem guten Zustand ist», so Roger Gauch. Nicht so der Gehweg und die Randabschlüsse. Durch den Rohrleitungsbruch muss ein Teil des Strassenbelags erneuert werden. Gleichzeitig soll die Kanalisation überprüft, sollen Graugussrohre eingezogen und die Elektrizitätsanschlüsse der Liegenschaften ersetzt werden, was eine neue Verteilkabine bedeutet. Dem vom Gemeinderat beantragten Verpflichtungskredit über 845 000 Franken wurde diskussionslos zugestimmt.