Die Stadt Brugg feiert die Jugend

Brugg hat vergangenen Donnerstag seine alten Bräuche ­gefeiert – mit dem Rutenzug durch die Altstadt und einer ­stimmungsvollen Morgenfeier.
Die Jugendfestrede von Wortkünstlerin Johanna Ruoff setzte nachdenk­liche und zugleich witzig-inspirierende Akzente. (Bild: Aargauer Zeitung, Alex Spichale)

Brugg – Den Auftakt bildete der farbenfrohe Rutenzug, der sich am Morgen pünktlich zum Glockengeläut um 8.45 Uhr vom Rathausplatz durch die Altstadt bewegte. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler zogen mit ihren kunstvoll geschmückten Ruten durch die Gassen und wurden von den Zuschauerinnen und Zuschauern, die Spalier standen, mit Applaus begleitet. Daneben erfüllten Musikklänge die Strassen. Der Umzug zeigte einmal mehr, mit wie viel Stolz die Tradition von der jungen Generation weitergetragen wird.

Im Anschluss versammelten sich die Teilnehmenden zur Morgenfeier auf dem Freudensteinplatz. Um 9.30 Uhr begann das abwechslungsreiche Programm, das Musik, Gesang und Wortbeiträge vereinte. Die Jugendmusik eröffnete mit «Brown Eyed Girl» von Van Morrison, bevor der gemeinsame Gesang mit «Grosser Gott, wir loben dich» den Platz erfüllte. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt des Rutenzug-Chors, begleitet von der Band der Lehrpersonen der Musikschule. Mit Liedern wie «Run Free» von Michael Patrick Kelly und «Heat» von Anna Rossinelli sorgten sie für emotionale und mitreissende Momente.
Die Jugendfestrede von Wortkünstlerin Johanna Ruoff setzte nachdenk­liche und zugleich witzig-inspirierende Akzente. Sie eröffnete ihre Rede in Gedichtform und erntete ­dafür spontanen Applaus. Später stimmte sie sogar singend einige Zeilen an. Dabei blickte sie auf ihre eigene Schulzeit und ihre Erinnerungen an das Jugendfest zurück: vom Arm, der nach langem Winken wehtat, über die Kieferschmerzen vom ständigen Lächeln bis zur Vorfreude auf die begehrten Brötli. Mit persönlichen Worten wandte sie sich an die Kinder und Jugendlichen und ermutigte sie, über sich hinauszuwachsen: «Euch gehört die Zukunft. Macht etwas daraus», betonte sie. Mehr noch: «Eigentlich gehört euch schon die Gegenwart.» Mut und Zuversicht seien entscheidend, um die eigenen Ziele zu erreichen. Es war eine der vielen Botschaften, die sie den jungen Zuhörerinnen und Zuhörern mit auf den Weg gab.

Auch das Singen kam nicht zu kurz: Mit «Brugg international», erarbeitet von der Schreibgruppe Brugg, sowie dem traditionellen «Bruggerlied» von Ernst Broechin wurde das Gemeinschaftsgefühl spürbar. Und die Jugendmusik setzte mit «Born to Be Wild» einen weiteren kraftvollen Akzent.
Trotz sommerlicher Temperaturen war die Stimmung ausgelassen und feierlich. Lehrpersonen, erkennbar an schwarz-weissen Rosetten, sorgten für Orientierung und Unterstützung. So verband der Tag auf eindrückliche Weise gelebte Tradition mit musikalischer Vielfalt und gemeinschaftlichem Erleben. Es war ein Jugendfest, das noch lang in Erinnerung bleiben wird.Text: ISP | Bilder: ISP, SBE

bru_jugendfest2026

(Bilder: isp, sbe)

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