Baden – In den Jahren 1899 bis 1901 errichtete Karl Moser (1860–1936) für Jenny und Sidney Brown die Villa Langmatt. Das Herrschaftshaus an der Römerstrasse in Baden vereint mit dem englischen Landhaus- und dem deutschen Jugendstil unterschiedliche stilistische Prägungen. Zukunftsweisend für die damalige Zeit war die hochmoderne Haustechnik, wie zum Beispiel der Zentralstaubsauger oder elektrisches Licht. In den 1920er-Jahren wandten sich die Browns dem französischen 18. Jahrhundert zu, was die Umgestaltung einiger Räume zur Folge hatte.
Die Jugendstilvilla gewährt heute Einblicke in das grossbürgerliche Wohnen der Belle Époque. 2020 stand man vor der schwierigen Entscheidung, das Museum Langmatt zu schliessen oder Bilder aus der Sammlung zu verkaufen. Das war in Fachkreisen umstritten, wohl aber der einzige Weg, das Museum zu retten. Im November 2023 konnten in einer Auktion in New York drei Gemälde von Paul Cézanne verkauft werden. Mit dem Erlös von 40,3 Millionen Franken wurde das Stiftungskapital gestärkt. Dadurch konnte der Betrieb des Museums aus dem Ertrag des Stiftungskapitals auf absehbare Zeit gesichert werden. Im Juni 2023 sprach sich die Badener Stimmbevölkerung zudem mit einem rund 80-Prozent-Ja-Anteil dafür aus, sich mit 10 Millionen Franken an den Kosten der Gesamtsanierung zu beteiligen.
Erstaunt und begeistert
Vergangenes Wochenende war es so weit, und so nahmen Politik, Planende, Prominenz und viele Besuchende aus nah und fern die Gelegenheit wahr, sich vom Ergebnis zu überzeugen und die Wiedereröffnung bei ausgezeichneten Witterungsverhältnissen zu feiern. Nach dem Gang durch die sorgfältig renovierten Räumlichkeiten und den neuen multifunktionalen Pavillon war man sich einig, dass hier von allen Akteuren Grossartiges geleistet worden war. «Obwohl ich die Villa aus der Zeit vor der Renovation kenne, bin ich erstaunt und begeistert, mit welcher Hingabe all diese gut erhaltenen Gegenstände wie Porzellan, Möbel, Teppiche und Kunst im ganzen Haus präsentiert werden», so eine Besucherin.
Baumhaus ist eine Bereicherung
Neben dem Gang durch die Villa kamen die Besuchenden nicht umhin, durch den Park zu flanieren, der in Zusammenarbeit mit dem Gartenarchitekten Otto Froebel (1844–1906) von Curjel und Moser um 1900 gestaltet wurde. Die parkartige Gartenanlage orientiert sich an englischen Vorbildern und wurde mehrmals erweitert und verändert. Das Publikum spazierte durch den Park oder nahm auf Bänken und Liegestühlen Platz, um die Ruhe auf sich wirken zu lassen. Eine ältere Dame meinte, dass der Besuch der Langmatt einem Ferientag gleichkomme. Grosse Bewunderung fand ausserdem das neue Baumhaus, das zu Zeiten der Familie Brown am Rand des Grundstücks stand und nun wieder errichtet wurde. Während Kinder hinaufstiegen, um sich einen Überblick zu verschaffen, machten es sich einige Gäste mit Campingtischchen im Park gemütlich, um Snacks und Getränke zu geniessen.
Lohnende Vereinsmitgliedschaft
Präsent war auch der 1988 gegründete Verein Freunde Museum Langmatt, der die kulturellen Aktivitäten, vor allem die Sonderausstellungen fördert und unterstützt. Die Mitglieder, die in den Genuss einiger Vorteile kommen, ermöglichen neben dem vielfältigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm die Umsetzung spezieller Projekte oder die Herausgabe von Publikationen. Der Verein, in dem Neumitglieder stets willkommen sind, leistet damit einen grossen Beitrag zur Vielfalt und Qualität der Museumsaktivitäten.