Von der grünen Wiese zum Hotel

Seit Mai gibt es in Nussbaumen ein modernes Hotel. Alles digital, aber trotzdem familiär, verspricht der Geschäftsführer des Neubaus.
Geschäftsführer Andreas Lustenberger (29) führte durch das Hotel am Kirchweg. (Bilder: sma)

Nussbaumen – Mit einem Soft Opening, also einer sanften Eröffnung, nahm man in der ersten Maiwoche am Kirchweg 9 den Betrieb des neu gebauten Stay Flex Hotel & Apartment auf. Vom Spatenstich bis zur Eröffnung dauerte es 13 Monate für den Familienbetrieb in der sechsten Generation, wie Geschäftsführer Andreas Lustenberger erzählt. Die fünfte Generation findet man gleich nebenan: Dort führt Onkel Ernst Meier das Hotel-Restaurant Neuhaus.
«Mich reizt hier vor allem der Start-up-Gedanke, etwas Neues aufzubauen», erzählt der neue Geschäftsführer. Hinzu kommen die Punkte Technologie und Digitalisierung, denn das Stay-Flex-Hotel funktioniert vollständig digital, wenn es um den Check-in und die Türen geht. Wer online die notwendigen Dokumente ausgefüllt hat, öffnet die Eingangstür bequem per Web-Applikation. Am Self-Check-in-Terminal im Erdgeschoss lassen sich dann die Zimmerkarten erstellen oder der Check-in abschliessen.

Unbegrenzter Aufenthalt möglich
Im Angebot bei der Onlinebuchung hat das Hotel zwei Zimmervarianten: das Doppelzimmer mit 18 Quadrat­metern und das Apartment mit 25 Quadratmetern. Für Letzteres ist eine Mindestaufenthaltsdauer von vier Tagen nötig, es verfügt über fast alles, was man in einer Küche finden würde. Dementsprechend sind die Apartmentzimmer für einen längeren Aufenthalt ausgelegt – ohne Limit nach oben.
In den teils mit Balkon ausgestatteten Zimmern setzt man auf 1,60 Meter breite Queensize-Betten, die Limmat und den Japandi-Stil mit hellen Holztönen – eine Kombination aus Japan und Skandinavien. «Ein minimalistischer Grundgedanke, nicht zu viele Details, alles sehr offen und locker», erklärt Lustenberger den Einrichtungsstil, an dem er selbst auf seinen Reisen Gefallen gefunden hat.

Die Limmat im Zentrum der Designphilosophie. (Bild: sma)

Die Zimmer lassen sich über die eigene Buchungsplattform reservieren. Man ist aber auch auf den bekannten Branchenführerplattformen vertreten, bei denen die Hotels allerdings selbst einen prozentualen Anteil abtreten müssen. Die besten Preise bekomme man jedoch bei der Direktbuchung, verspricht Lustenberger. Nach dem Startmonat sollen sich die Preise nun bei 130 beziehungsweise 150 Franken pro Nacht einpendeln – Frühstück inklusive, erzählt Lustenberger im Erdgeschoss des Hotels, in dem sich der Frühstücksraum für bis zu 24 Personen befindet.
Das Frühstück ist einer der Punkte, bei denen man die Synergien der Unternehmensfamilie nutzen möchte. So können auch die Gäste vom Hotel-Restaurant Neuhaus künftig ihr Frühstück im neuen Hotel im Kirchweg einnehmen. Während man anders­herum natürlich gern auf die Restaurantkarte des Onkels verweist und die Infrastruktur des direkten Nachbarn nutzen kann. «Ich habe immer im Familienbetrieb mitgearbeitet, jeder hilft dem anderen», erzählt Lustenberger.

Am Tag der offenen Tür Ende Mai, den Lustenberger mit 600 Personen als Erfolg verbucht, kam sogar eine ältere Frau mit einem handgeschriebenen Zettel, um ein Zimmer für ihre Enkel in den Sommerferien zu buchen.
«Wir sind ein digitales Produkt, das ist unser Konzept», antwortet Lustenberger auf die Frage, ob man nicht einen Teil der potenziellen Kundschaft mit dem personallosen Hotel ausschliesse. Man könne auch telefonisch ein Zimmer buchen, oder Personen im eigenen Umfeld unterstützten einen bei der Onlinebuchung.
«Das Ziel ist, neue Gäste in die Region zu bringen, und nicht, anderen die Gäste wegzunehmen», sagt Lustenberger und bringt gleich eine ­Velogruppe als Beispiel, die über Pfingsten zwei Nächte in Nussbaumen verbracht hat – auf der Hin- und der Rückfahrt. 
Ansonsten möchte man vor allem Unternehmen aus der Region ansprechen, deren Angestellte kurz- oder mittelfristig vor Ort sind. Vom Gefühl her sei man sogar näher an Baden als einige andere Teile der Stadt. Im ersten Monat konnte man über 100 Übernachtungen verbuchen und Abläufe im Hotelalltag optimieren.