Zusammen neue Velowege entdecken

Mit abwechslungsreichen ­Velotouren beweisen die ­Würenlinger Senioren, wie viel Energie und Kameradschaft im Alter stecken.
Lebensfreude und sportliche Gemeinschaft bei den Senioren Würenlingen. (Bild: zVg)

Würenlingen – Unter dem motivierenden Jahresmotto «Gesund und munter durchs Jahr!» beweisen die Senioren Würenlingen eindrucksvoll, wie aktive Lebensfreude und sportlicher Ehrgeiz Hand in Hand gehen. Das Angebot der umtriebigen Organisation reicht von Yoga und Turnen über abwechslungsreiche Wanderungen bis zu geselligen Jassnachmittagen. Doch wer glaubt, dass es im fortgeschrittenen Alter nur noch gemächlich zugeht, der täuscht sich gewaltig. Besonders die Sparte «Velotouren 60 plus» erfreut sich grosser Beliebtheit und zeigt, dass die Würenlinger Seniorinnen und Senioren gern etwas schneller unterwegs sind, um neue Wege und wunderschöne Landschaften zu entdecken.

Nichts für Couch-Potatoes
Jeden zweiten Dienstag herrscht ab April am Gemeindehausplatz oder beim Treffpunkt Hochspitz geschäftiges Treiben, wenn die Radbegeisterten zu ihren Touren aufbrechen. Das Programm ist nichts für Couch-Potatoes: ob kurze, knackige Halbtagestouren von bis zu 50 Kilometern oder ausgedehnte Tagestouren, welche die Gruppe über 60 bis 80 Kilometer weit durch die Region und das angrenzende Ausland führen. Die Ausdauer der Teilnehmenden ist bemerkenswert. Die erfahrenen Tourenleiter ­Peter Baldinger (76) und Reinhard «Reini» Muther (68) investieren viel Herzblut in die minutiöse Vorbereitung der Strecken. «Uns geht es nicht nur um die sportliche Leistung, sondern vor allem darum, Natur und Gesellschaft miteinander zu verbinden», betont Reini Muther sichtlich stolz. «Die Strecken sind so gewählt, dass wir grösstenteils auf Radwegen oder wunderschönen Naturwegen fahren können. Einzige Voraussetzung für alle sind ein absolut betriebssicheres Velo und die strikte Helmpflicht. Bei uns wird Sicherheit grossgeschrieben, wir fahren konsequent mit Helm.»
Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt etwa bei 18 km/h. Die Radtouren werden von den beiden leidenschaft­lichen Bikern im Vorfeld erst einmal abgefahren, um die Strecke auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Wichtig sei auch, Touren möglichst unfallfrei zu fahren, und das Ziel sei, dass alle wieder putzmunter zurückkehrten.

«Mir sind mit em Velo da!» Die erfahrenen Tourenleiter Reinhard «Reini» Muther (links) und Peter Baldinger. (Bild: zVg)

Ein eingespieltes Team
Die Velotourengruppe wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen, nachdem im Dorf eine Umfrage gemacht worden war, inwiefern und in welcher Form sich die Würenlingerinnen und ­Würenlinger gern sportlich betätigen möchten. Peter Baldinger ist von Anfang an dabei, er hat die Gruppe aufgebaut. Velofahren hat, neben dem Leiten im Turnsport, einen sehr grossen Stellenwert in seinem Leben. Mit seiner Frau war er öfter auf ausgedehnten Touren. Nicht nur in der Schweiz, sondern ebenso in Deutschland, Österreich und Italien.
Über 100 Touren hat Peter Baldinger seit der Gründung der Velotourengruppe geleitet. Vor vier Jahren hat Reinhard Muther die Leitung übernommen. «Früher fand ich aufgrund meiner Schichtarbeit kaum Zeit, um zu radeln. Seit meiner Pensionierung hat sich das geändert», sagt er erfreut. Beim Velofahren könne er sich gut entspannen und den Kopf durchlüften. Sein anderes Hobby, er spielt Bass in Rock-Coverbands, ist eine weitere Leidenschaft des Würenlingers: «Ich bin Mitglied in zwei Bands, und wir sind öfter an ­Konzerten oder Events anzutreffen.»

Kilometer in den Beinen, ­Erinnerungen im Herzen
Das dichte Tourenprogramm führt die Gruppe kreuz und quer durch die landschaftlichen Highlights der Umgebung. Auf dem Plan stehen malerische Routen wie das Bachsertal, eine Fahrt zum Schloss Wildegg oder die anspruchsvolle Strecke ins deutsche Waldhaus, bei der beachtliche 850 Höhenmeter bezwungen werden. Selbst vor einer echten Herausforderung schreckt die Gruppe nicht zurück: Für den Spätsommer ist eine 100 Kilometer lange Spezialtour zum Hardwaldturm bei Opfikon angesetzt, die speziell auf E-Bikes zugeschnitten ist und den Fahrerinnen und Fahrern satte 1000 Höhenmeter abverlangt.
Für die Verpflegung unterwegs ist natürlich gesorgt, denn der gesellige Aspekt kommt nie zu kurz. «Bei jeder Tour ist ein Restaurantbesuch fest eingeplant, und bei den Tagestouren geniessen wir zusätzlich das gemeinsame Mittagessen», verrät Peter Baldinger mit einem Schmunzeln. «Ein kleiner Kraftriegel oder eine Banane im Gepäck schadet aber nie, um für den nächsten Hügel gewappnet zu sein.»
Das Erfolgsrezept der Senioren Würenlingen liegt in der Mischung aus sportlicher Aktivität und gelebter Kameradschaft. Neue Gesichter sind in der dynamischen Truppe jederzeit willkommen und finden schnell Anschluss. Es darf also spontan einmal radelnd «geschnuppert» werden. Wenn im Oktober die traditionelle «Rund um Würenlingen»-Schlussfahrt mit einem gemütlichen Höck die Velosaison beschliesst, werden die Teilnehmenden nicht nur viele Kilo­meter in den Beinen, sondern auch unzählige schöne Erinnerungen im ­Herzen haben. Wer mitfahren möchte, meldet sich einfach bei den beiden Tourenleitern.