Von Stichen bis zum Kletterunfall

Die vom Samariterverein Spreitenbach organisierte ­Regionalübung mit mehreren Vereinen hat von den Teilnehmenden einiges abverlangt.
Mitglieder von Samaritervereinen üben die Erstversorgung bei einer verunfallten Skateboarderin. (Bild: pg)

Spreitenbach – Am vergangenen Samstag veranstaltete der Samariterverein Spreitenbach auf dem Areal Boostock die Regionalübung, die im Turnus stattfindet. Vereinspräsidentin Heidi Sami konnte etwa 70 Samariterinnen und Samariter begrüssen. Neben Spreitenbach waren die Vereine Wettingen Dorf, Baden, Würenlos und Obersiggenthal vertreten.
Während sich der Spreitenbacher Gemeinderat Beat Frei im Team der Festwirtschaft engagierte, überbrachte Gemeinderat Adrian Mayr die Grüsse der Behörde. Er dankte den Samariterinnen und Samaritern für ihren Einsatz zum Wohl der Allgemeinheit. Um eine gute Durchmischung der Teams zu erreichen, hatte sich Samariterlehrer Mario Rade ­etwas Besonderes ausgedacht. Der Griff in einen mit farbigen Sugus gefüllten Topf bestimmte die Gruppenzugehörigkeit. In der Folge stellten die Teilnehmenden ihr Wissen und Können an sieben realitätsnahen Fallbeispielen während je 20 Minuten unter Bewies.

Ernstfälle trainieren
Die Organisatoren waren bestrebt, sowohl für neue als auch für erfahrene Teilnehmende ein passendes ­Programm zusammenzustellen. So galt es, einer Sportlerin zu helfen, die nach einem Kletterunfall am Boden lag, und eine junge Frau zu versorgen, die auf einer Treppe einen Unfall mit dem Skateboard erlitten hatte. Die Samariterinnen und Samariter mussten korrekte Entscheidungen hinsichtlich der Lagerung und einer ­allfälligen Alarmierung der Notrufzentrale treffen und zudem realitätsnahe erste Hilfsmassnahmen einleiten.
Insektenstiche verursachen in der Regel harmlose Schwellungen oder ­juckende Rötungen. Bei der betroffenen Person mussten die Samariterinnen und Samariter den Stachel entfernen, die Stelle kühlen und beruhigend auf die Patientin einwirken. Dabei waren sich die Teilnehmenden einig, dass Insektenstiche für Allergikerinnen und Allergiker lebensbedrohlich sein können und bei einem Stich so schnell als möglich ein Arzt aufgesucht werden sollte.
Nicht immer einig waren sich die Samariterinnen und Samariter über die Massnahmen bei einer Sportlerin, die sich beim Joggen am Fussgelenk verletzt hatte. Während man sich in der Gruppe ausführlich über das Fixieren des Fussgelenks mit dem vorhandenen Material und den Transport der Patientin mit dem Sesselgriff und das Tragen über die vorgegebene ­Distanz beriet, hörte der Postenchef aufmerksam zu, um anschliessend ­sowie an den übrigen Posten die Arbeit zu bewerten. Das Bewertungsblatt diente am Schluss der Rangierung.

Austausch und Vernetzung
Der praktische Teil des Übungstages hat gezeigt, dass es wichtig ist, mit wiederkehrenden Trainings das Wissen unter Beizug von bereitwilligen Figurantinnen und Figuranten aufzufrischen.
Solche Anlässe dienen ebenfalls dem fachlichen Austausch und der Vernetzung mit anderen Vereinen. Die örtlichen Samaritervereine nehmen bei der Versorgung von Verunfallten und Patienten, insbesondere bei Gesellschafts- und Sportanlässen in ihrer Gemeinde, eine wichtige Rolle ein und können im Ernstfall Leben retten. «Die Monatsübungen des rund 25 Mitglieder zählenden Samaritervereins Spreitenbach finden am ersten Dienstag im Monat im Werkhof der Gemeinde statt. Der Verein bietet zahlreiche Kurse an. Neumitglieder sind willkommen», so die Präsidentin Heidi Sami. Mit der Rangverkündigung und Dankesworten klang der ­erfolgreiche Anlass bei Geselligkeit, Speis und Trank aus.