Geldsegen und Hochwasserschutz

Ein Hochwasserschutzprojekt für die Ehrendinger Bäche und eine erfreuliche Rechnung 2025 waren die zentralen Geschäfte der Versammlung.
Die Einmündung der Hofwiesstrasse in die Landstrasse ist nicht optimal – insbesondere da neue Wohnüberbauungen künftig zu Mehrverkehr führen. (Bild: bkr)

Ehrendingen – Wichtigstes und teuerstes Traktandum der Gemeindeversammlung, zu der Frau Gemeindeammann Dorothea Frei 99 Stimmberechtigte begrüssen durfte, war ein weiteres Ehrendinger Hochwasserschutzprojekt. Für 4,3 Millionen Franken soll der Schürbach im Zusammenhang mit der Sanierung der Landstrasse im Abschnitt Höhtal-Niedermatt eine neue, in der Strasse verlegte Ableitung bekommen. Diese wird so dimensioniert, dass mit ihr auch stärkere Niederschlagsereignisse bewältigt werden können.
Wie Gemeinderat Dany Amstutz erläuterte, habe man ausserdem eine Offenlegung des eingedolten Bachs geprüft. «Ein offener Bach ist aufgrund der engen Platzverhältnisse, bestehender Gebäude und zahlreicher Werkleitungen nicht zweckmässig», sagte er. An der Finanzierung von 4,3 Millionen Franken beteiligen sich der Kanton und die Aargauische Gebäudeversicherung – womit der Gemeinde Kosten von 2,44 Millionen Franken verbleiben. Den entsprechenden ­Kredit bewilligte die Versammlung diskussionslos.

Lastwagen im Quartier
Ein anderes Geschäft, das im Zusammenhang mit der Sanierung der Landstrasse steht, ist eine Neugestaltung der Einmündung der Hofwiesstrasse. «Schon heute ist sie punkto Verkehrssicherheit nicht ideal», begründete Amstutz den 260 000-Franken-Kredit. «Mit geplanten Wohnüberbauungen muss zudem mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen gerechnet werden.»
Eine Diskussion löste das künftige Verkehrsregime aus. Die Einfahrt von Lastwagen ab der Kantonsstrasse bleibt zwar möglich, aber die Ausfahrt erfolgt aus Gründen der Verkehrs­sicherheit ausschliesslich über die Hofwiesstrasse. Lastwagenverkehr auf Quartierstrassen? Amstutz beruhigte und wies auf die mutmasslich geringe Zahl solcher Fahrten hin. Bei vier Gegenstimmen wurden Projekt und Kredit genehmigt.

Sinkende Busseneinahmen
Die Rechnung 2025 konnte den für ­Finanzen zuständigen Gemeinderat Erich Frei zum Strahlen bringen. Statt der budgetierten 211 000 Franken Überschuss resultierte ein Plus von 941 000 Franken. Die Gründe? «Vor allem sind es die Steuereinnahmen, die rund 865 000 Franken über dem budgetierten Wert von 15 Millionen Franken liegen», sagte er.
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wie andere Gemeinden musste Ehrendingen bei den gebundenen, nicht beeinflussbaren Ausgaben höhere Zahlungen verkraften. Es geht hier um die Kosten von Bildung, Sozial- und Gesundheitswesen. Die Ehrendinger könnten jedoch im Bereich der Spitex die Preisspirale etwas bremsen, indem sie nicht private Organisationen nutzen, sondern die Spitex Nord Ost Aargau. Mit ihr habe die Gemeinde eine Leistungsvereinbarung, stellte Frei fest.
Bei den Einnahmen kam Dorothea Frei auf die Position Bussen zu sprechen. «Diese sind in der Rechnung 2025 um 215 000 Franken gesunken und werden 2026 um 290 000 Franken geringer ausfallen.» Weshalb? Ihre Antwort: «Ehrendingen hat Ja zur kantonalen Blitzerinitiative gesagt. Die Stadtpolizei Baden nimmt den Volkswillen ernst und macht weniger Geschwindigkeitskontrollen.» Zurück zur Gesamtrechnung: Der gesamte Ertragsüberschuss von 941 000 Franken wird für die Finanzierung der neuen Mehrzweckhalle verwendet. 

Mehr Stellenprozent
«Bereits eine externe Verwaltungsanalyse hat im Jahr 2025 gezeigt, dass aufgrund der zugewiesenen Arbeiten die Pensen in der Abteilung Finanzen raschestmöglich erhöht werden sollten», begründete Dorothea Frei den Antrag, die Pensen von 250 auf 280 Stellenprozent aufzustocken. Neben den Kernaufgaben, die sich mit Buchhaltung und Inkassostelle (Steuern) der Gemeinde umschreiben lassen, liegt bei der Abteilung Finanzen seit einiger Zeit auch die Verantwortung für die IT. Neue Aufgaben sind die Rechnungsführung für die Wasserversorgung und die Feuerwehr sowie die Buchhaltung des Alterszentrums. «Tätigkeiten, für welche die Gemeinde entschädigt wird», ergänzte Frei.
Ein Votant meinte, Zweck einer Verwaltungsanalyse sei, aufzuzeigen, wie man seine Aufgaben mit den vorhandenen Ressourcen erledigen könne. Sein Antrag, die zusätzlichen 30 Prozent nicht definitiv zu bewilligen, bekam einzelne Stimmen. Die grosse Mehrheit folgte dem Antrag des Gemeinderats.