Dreigespann im Gemeindehaus

Bis zum 21. August stellen die Kunstschaffenden Ilse Dury, Marianna Hübner und Michele Renna im Gemeindehaus Spreitenbach ihre Werke aus.
Marianna Hübner: «Blick zum Himmel», «Die Hoffnung Spendende» und die «Opernsängerin». (Bild: pg)

Spreitenbach – Der Kurator, Kunstmaler und Grafiker Salvatore Mainardi lebt für die Kunst. Seit nunmehr zehn Jahren bietet er Kunstschaffenden aus der Region und darüber hinaus in der Gemeindegalerie Spreitenbach im Gemeindehaus eine Plattform, um ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Neben zahlreichen Gästen durfte Salvatore Mainardi anlässlich der Vernissage am Freitag, die von ­Renato Minamisawa musikalisch umrahmt wurde, Ilse Dury aus Leuggern, ­Marianna Hübner aus Klingnau sowie Michele Renna aus Gerlafingen willkommen heissen. Erfreut zeigte sich der Kurator darüber, dass auch nach zehn Jahren der Gemeindepräsident Markus Mötteli und der Gemeinderat Adrian Mayr, Ressort Kultur, den ­Anlass beehrten.
Bekanntlich versteht man unter Kunst alle Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeiten, die auf Kreativität, Vorstellungskraft und handwerklichem Können basieren und nicht primär einen reinen Nutzen haben. Sie dient dem Ausdruck von Emotionen, von Ideen sowie der Aus­einandersetzung mit der Welt und ist ein zentrales Kulturprodukt. Bevor auf die Eröffnung der Ausstellung angestossen wurde, erwähnte Salvatore Mainardi, unter welchen Umständen er die Ausstellenden kennengelernt hat. «Ich wünsche mir, dass Sie sich mit den Künstlerinnen und dem Künstler unterhalten und so die Beweggründe ihres Schaffens erfahren», ermutigte er die Gäste.

Kunst macht sichtbar
Die Werke der in Wien geborenen Ilse Dury, die seit 35 Jahren in Leuggern lebt, lassen erahnen, dass sie sich schon früh zum Design hingezogen fühlte. Bereits in ihrer Jugend verbrachte sie viel Zeit mit dem Besuch von Kunstausstellungen. Die frühen Nachkriegsjahre lenkten ihr Leben in andere Bahnen.
Als sich ihr Ruhestand vor einigen Jahren abzuzeichnen begann, entschloss sich Ilse Dury, sich ernsthafter mit der Umsetzung ihrer künstlerischen Neugier zu befassen. An Kursen versuchte sie sich in verschiedenen grafischen Techniken und eignete sie sich nach und nach an. Ihre Werke zeugen von ihrer Faszination für die reichhaltige Farbenskala in der Natur, und es gelingt ihr, diese Vielfalt in ihren Bildern festzuhalten.
Auch der Künstler Michele Renna spürte seit seiner Kindheit eine besondere Verbundenheit zu Farben und ­begeistert sich für kreatives Arbeiten. Diese Verbundenheit wurde von Jahr zu Jahr grösser. Aufgrund seiner ­italienischen Wurzeln und seines Bezuges zum Heimatland entwickelte er ein grosses Interesse für Kunst – vor allem für abstrakte Kunst. Nach seinen Reisen und seinem Umzug in die Schweiz begann Michele Renna, sich intensiver der abstrakten Malerei zu widmen. Begonnen hat er mit einem Koffer voller Acrylfarben, er besuchte Workshops und Kurse, bis er schliesslich genügend Erfahrung gesammelt und Werke geschaffen hatte, um seine erste Ausstellung zu bestreiten. Inzwischen konnte sich Michele Renna fest in der regionalen Kunstszene ­etablieren.

Leidenschaft im Überfluss
Neben den vielen Bildern ziehen in der neuen Ausstellung in Spreitenbach aber ebenso die von Marianna Hübner geschaffenen Objekte die ­Blicke auf sich. Begonnen hat sie mit der Töpferei in den 1970er-Jahren. Seither hat sie ihre Technik in Kursen laufend verfeinert. «Aus meinem Hobby wurde Leidenschaft, und so fand ich den Weg zur Liebe mit Ton in Verbindung mit Schwemmholz», so die Künstlerin. Entstanden sind eindrückliche Objekte, denn Ton und Schwemmholz lassen sich wunderbar kombinieren. Die an den Ufern von Gewässern und von der Sonne ausgebleichten Äste und Wurzeln sammelt sie ein, um sie allenfalls zu bürsten, aber in der Regel unbehandelt zu verwenden. Dem Modellieren von Ton sind kaum Grenzen gesetzt. Obwohl die Hände dabei dreckig werden, bleibt der Geist offen für Kreativität. Die Tonskulpturen sind nach dem Brennen bei rund 1000 Grad in Verbindung mit Schwemmholz ein wirk­licher Blickfang.
Die Ausstellung kann während der ordentlichen Gemeindeöffnungszeiten besucht werden.