Baden | Wettingen – Das «Films for Future»-Festival findet jeweils im November in Zürich statt. Mit Filmvorführungen und begleitenden Veranstaltungen zu Umwelt- und Gerechtigkeitsthemen soll das Festival Verständnis fördern und konstruktive Gespräche über gesellschaftliche Veränderungen anstossen. Organisiert wird das Festival vom gleichnamigen Verein, in dem sich Filmbegeisterte sowie Aktivistinnen und Aktivisten zusammengeschlossen haben. Sie setzen auf die Kraft von Filmen, um zu informieren und zu bewegen.
Vom 17. bis zum 19. März macht das erste Best-of von «Films for Future» halt in drei Kinos in Baden und Wettingen. Gezeigt werden drei der beliebtesten Festivalfilme des vergangenen Jahres – eindringliche Geschichten über Ernährung, Mobilität und Wasser. Wie beim eigentlichen Festival in Zürich – mit über 100 Filmen, 100 Debatten und 11 000 Gästen das zweitgrösste der Stadt – stehen beim Best-of nicht nur die Filme im Zentrum, sondern genauso der Dialog, den sie anregen sollen. Jede Vorführung wird von einer Diskussion mit Expertinnen und Aktivisten begleitet. Ziel ist es, das Kino zum Treffpunkt für Austausch, Emotionen und neue Perspektiven zu machen.
«Die Lösung globaler Probleme beginnt vor Ort. Mit diesem Best-of möchte ich den Dialog in unserer Region stärken und Gelegenheit bieten, damit wir im Raum Baden-Wettingen gemeinsam über die Zukunft sprechen und enkeltaugliche Lösungen vorantreiben», erklärt Annette Junker, Einwohnerrätin in Wettingen und Initiantin des «Films for Future»-Ablegers im Raum Baden-Wettingen.
Nahrung von morgen
Die drei Filme, die in Baden und Wettingen gezeigt werden, behandeln auf den ersten Blick unterschiedliche Themen, drehen sich im Kern aber alle um die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Den Anfang macht der Film «Der Geschmack der Dinge», der am Dienstag, 17. März, im Kino Orient in Wettingen gezeigt wird. Der Film des Regisseurs Alain Wirth von 2025 begleitet zwei Landwirte eines permakulturellen Hofs und zeigt eindringlich, wie dank Idealismus, Ausdauer und Nähe zur Natur nachhaltige Lebensmittelproduktion möglich ist. Der Film porträtiert bodenschonende und resiliente Formen der Lebensmittelproduktion jenseits industrieller Routinen und hoher Abhängigkeiten als Weg in eine zukunftsfähige Landwirtschaft.
Beim anschliessenden Podium diskutieren Franziska Herren von der Initiative für eine sichere Ernährung, Colette Basler, Vizepräsidentin des Aargauer Bauernverbands, und Tilo Hühn, Professor an der ZHAW, darüber, wie sich Ernährungssicherheit, Landwirtschaft und ökologische Verantwortung künftig zusammenbringen lassen. Im Zentrum steht der offene Austausch mit dem Publikum.
Am Mittwoch, 18. März, wird im Kino Royal in Baden der Film «Der automobile Mensch» von 2024 gezeigt. Das Werk des Filmemachers Reinhard Seiss richtet den Blick in die Städte und versteht sich als Appell für eine echte Verkehrswende – als Schlüssel für wirksamen Klimaschutz und lebenswertere Räume.
Verkehrsflächen beanspruchen hierzulande etwa einen Drittel der Siedlungsfläche. Während die Mobilität mit allerlei Emissionen einhergeht, steht das Auto gleichzeitig für individuelle Freiheit. Für den Filmemacher und Stadtplaner Reinhard Seiss ist es an der Zeit, Mobilität grundsätzlich neu zu denken und den Strassenraum sicher und attraktiv zu gestalten. «Der automobile Mensch» zeigt auf, dass Wirtschaft und Alltag auch mit deutlich weniger Autoverkehr denkbar wären.
Im anschliessenden Gespräch diskutieren Thomas Hug, Planer mit Fokus Verkehrswende, und Christian Keller, Vorstandsmitglied von Fussverkehr Kanton Aargau, darüber, wie eine solche Mobilitätswende konkret aussehen könnte.
Essenz des Lebens
Den Abschluss macht «Our Blue World: A Water Odyssey», der am 19. März im Kino Sterk in Baden gezeigt wird. Der Film von 2024 richtet den Blick auf den global zunehmend bedeutsamen Stoff Wasser. Darin verbindet Regisseur Ruán Magan Natur, indigenes Wissen und moderne Wissenschaft und macht Mut, dass Bewusstseinswandel und konkretes Handeln eine regenerative Zukunft gestalten können.
Anschliessend werden die im Film aufgezeigten Facetten konkret auf den Aargau übertragen. Im moderierten Gespräch diskutieren Norbert Kräuchi, Verantwortlicher für die kantonale Wasserstrategie beim Department Bau, Verkehr und Umwelt, Fabia Hüsler vom Bundesamt für Umwelt mit Fokus Trockenheit und Extremwetter sowie Kristijan Moser, Spezialist für Schwammstadtstrategien und zirkuläre Sanitärtechnik.