Windisch – Das Votum der Windischerinnen und Windischer ist am Ende deutlich: 1488 Stimmende und damit 63,6 Prozent haben am vergangenen Sonntag Ja zur kommunalen Vorlage gesagt, 851 beziehungsweise 36,4 Prozent haben ein Nein in die Urne gelegt. Damit wird die gemeindeeigene Baulandreserve im Vorder Chilefeld mit ihren rund 5300 Quadratmetern nicht verkauft, sondern im Baurecht vergeben.
Der Baurechtsvertrag hat eine Laufzeit von 99 Jahren. Das Areal bleibt im Besitz der Gemeinde, der jährliche Baurechtszins, also die regelmässigen Einnahmen für die Gemeinde, beträgt 110 400 Franken.
Unterstützung von links
Das Abstimmungsresultat ist ein Erfolg für den Gemeinderat und Reto Candinas (SP), den Vorsteher des Ressorts Planung und Hochbau. Unterstützung erhielt er von den linken Parteien und der EVP.
Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Monats musste sich dagegen das bürgerliche Komitee geschlagen geben. Im Februar kam das Bündnis aus Mitte, SVP und FDP mit seinem Referendum gegen das laufende Budget in der kommunalen Abstimmung nicht durch, nun zählt es als aktiver Gegner der Baurechtsvergabe erneut zu den Verlierern.
Das Motto «Win-win-Windisch» hat zweimal nicht gestochen. Entsprechend enttäuscht, aber auch kämpferisch gibt sich das Komitee in einer ersten Reaktion. «Wir akzeptieren das Resultat – die Mehrheit hat entschieden», schreibt FDP-Einwohnerrat Martin Gautschi im Namen des bürgerlichen Schulterschlusses. «Es ist jedoch festzuhalten, dass mehr als 36 Prozent der Stimmberechtigten der Meinung sind, dass die Gemeinde Windisch in der Causa Chilefeld falsch handelt. Anlässlich der Abstimmung zum Budget 2026 vor einem Monat waren es mehr als 44 Prozent.» Beide Vorlagen seien finanzpolitische Vorlagen gewesen. «Ergo ist ein sehr grosser Anteil der Stimmberechtigten mit der Finanzpolitik der Gemeinde Windisch nicht einverstanden, was dem Gemeinderat zu denken geben muss», so Martin Gautschi.
Baubeginn ab 2030
Die Würfel sind aber gefallen – nun wird der Gemeinderat in einem nächsten Schritt den Kontakt zu möglichen Investoren aufnehmen. Ein kombinierter Investoren- und Architekturwettbewerb ist geplant, dabei wird einerseits das beste Gesamtkonzept für das Areal gesucht, andererseits der geeignetste Baurechtsnehmer. Das Ziel ist ein Richtprojekt bis Ende 2027.
Die Schrebergärten im Vorder Chilefeld sollen bis mindestens Ende 2029 bestehen bleiben, ab 2030 steht der Baubeginn an.