Astronauten und Klosterbrüder

Gegen 300 Medizininteressierte trafen sich kürzlich am Swissterday. Gründer der ­Veranstaltung ist der ­Bözberger Arzt Denis Bron.
Swissterday-Gründer Denis Bron und Pater Markus Muff aus dem Kloster Engelberg. (BILD: hl)

Bözberg – Mit von der Partie war an diesem Abend in Glattfelden unter anderem der in Brugg praktizierende Sportwissenschaftler, Gesundheitscoach, Ernährungsberater und Buchautor Timon Baumgartner. Mit seinem ganzheitlichen Gesundheitsansatz hat er bereits Hunderten von Menschen zu mehr Wohlbefinden und Lebensqualität verholfen. In seinem Buch «Kopf und Körper im Einklang: Kompass für ein gesundes und erfülltes Leben» gibt er sein Wissen einem breiten ­Publikum weiter.

Kein Geringerer als der Schweizer Astronaut und Raumfahrtanwärter Marco Sieber, ebenfalls ausgebildeter Mediziner, eröffnete an beiden Swissterday-Vormittagen den Event, und zwar mit einer Videobotschaft aus der Europäischen Weltraumorganisation in Köln. Er erinnerte daran, wie verletzlich sich die Erde als komplexes Ökosystem, aus dem Weltall betrachtet, präsentiere.
Es gelte also, wie das die Raumfahrt vormache, Grenzen zu überwinden, und dies zugunsten unserer Trabanten. Und er freue sich schon darauf, bald selbst diese ausserweltliche Sicht zu erleben. Er wünschte gerade auch der Medizin viele kluge Köpfe, die ihren Bereich mit Visionen vorwärtsbringen. Neben weiteren einflussreichen Schweizer Medizinern gab der Schwingerkönig Matthias Glarner Einblick
in seine Welt. Er ist nach 26 Jahren ­aktiven Schwingens auf Topniveau weiterhin erfolgreich als Leichtathletiktrainer unterwegs, sowohl in Wilderswil als auch in ­Magglingen. Zudem ist er Präsident des Organisations­komitees für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Thun, das 2028 stattfindet.

Teure Technologien
Führende Fachpersonen aus Sport und Medizin hielten in Glattfelden Referate. Wichtige Innovatorin in Sachen Herzgesundheit ist etwa die Firma Heard Force, der mit dem Herzscreeninggerät Cardio Pro ein grosser Erfolg gelungen ist. Sein Vorteil laut Experte Henk Meertens: «Heutige Technologien zur Diagnose koronarer Herzerkrankungen sind teuer.» Mit Cardio Pro stehe erstmals eine günstige und präzise, nicht invasive Messmethode zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereit, die in weniger als einer Minute Resultate liefere, und das gerade auch bei asymptomatischen Fällen. «So kann man Herz­infarktanfällige rechtzeitig entdecken.»
Ebenfalls als Redner konnte ­Matthias Steinwachs gewonnen werden. Er ist Spezialist für minimalinvasive Chirurgie und Arthroskopie. Er legte den Fokus seiner Ausführungen auf die Behandlung des Kniegelenks, bei dem er vor allem auf regenerative Methoden setzt. So lassen sich seiner Erfahrung nach Kniegelenkoperationen verhindern oder zumindest ver­zögern.

In seiner Hauptrede äusserte sich ­Pater Markus Muff, Bruder im Kloster Engelberg, wiederum ausführlich zur Medizinethik und zu künstlicher Intelligenz (KI). Er stellte fest, dass sie nicht erst im medizinischen Alltag ankomme, sondern dort längst im Einsatz sei. Er anerkennt die beeindruckenden Fähigkeiten dieser digitalen Werkzeuge.
Diese von einer Software gesteuerten Analysesysteme erreichen eine dia­gnostische Genauigkeit, die derjenigen menschlicher Spezialisten nahekommt. Wichtig ist dennoch, die KI im Griff zu behalten. Die Ethik verlangt, das die Menschen die letzte Verantwortung tragen, keine Maschine und keine Technik. Denn Medizin ist mehr als Daten und der Patient mehr als ein Datensatz.
Gleichzeitig kann die KI viel Bürokratie abnehmen und ist für Ärztinnen und Ärzte eine Chance, um Zeit für den Kontakt mit Patientinnen und Patienten zu gewinnen. Das ganz im Sinne eines Mediziners, der den Stuhl als wichtigstes Instrument seines Berufs reklamierte: auf ihm sitzend dem Gegenüber zuhören und sich Zeit nehmen – das ist es, was weiterhin nottut.

Zufriedener Initiant
Sehr zufrieden war der auf dem ­Bözberg wohnhafte Denis Bron zum Abschluss der Veranstaltung: «Die Rückmeldungen zeigen mir, dass unser Angebot hohe Wertschätzung erfahren hat. Neben den interessanten Vorträgen und den zusätzlichen Satellitensymposien blieb genügend Zeit zum Netzwerken.»
Kein Zweifel: Denis Bron, der im Hauptberuf als Leiter der Schweizer Luftwaffen-Aeromedizin tätig ist, wird bald ein neues Swissterday-­Programm auf die Beine stellen.