Neuer Schwung für den Traditionschor

Der neue Dirigent der Vindonissa Singers Windisch heisst Arndt Krueger. Der 36-jährige Stuttgarter ist im Hauptberuf Musiklehrer in Wettingen.
Die Vindonissa Singers haben einen neuen Dirigenten. Er heisst Arndt Krueger und ist im Hauptberuf Musiklehrer. (Bild: chr)

Windisch – Fünf Jahre lang war Ueli Nyffeler aus Luzern Dirigent der Vindonissa Singers. Weil ihm nach einer beruflichen Veränderung die Zeit fehlte, gab er die Leitung des Windischer Chors schweren Herzens per Ende des Jahres 2025 auf. Die Ausschreibung des Chors stiess auf ein gutes Echo: «Wir erhielten etwa 40 Bewerbungen», sagt Co-Präsidentin Claudia Kaufmann, «zehn Bewerberinnen und Bewerber luden wir zu Vorstellungsgesprächen ein, vier dann zu einem Probedirigat.» Dabei überzeugte Arndt Krueger, ­Tenor und Musikpädagoge, am meisten. «Es hat einfach gepasst», sagt Kaufmann. 
Der 36-Jährige, der in Stuttgart aufgewachsen ist, hat in Karlsruhe Schulmusik und Gesang studiert. Für seinen Master schrieb er sich an der Zürcher Hochschule der Künste ein. Dort hat er nicht nur fachlich profitiert, sondern auch sein persönliches Glück gefunden: «Ich habe in der ­Cafeteria meine Frau getroffen», sagt er mit einem Strahlen. Sie ist in ­Bayern gross geworden und kam für das Klavierstudium nach Zürich.

Zwischen Zürich und Brugg
Auf der Suche nach einer Wohnung kam das Musikerpaar vor vier Jahren schliesslich nach Brugg. «Ich unterrichtete damals in Wutöschingen bei Waldshut, sie in Zürich», erklärt Krueger. Da lag das Aargauer Städtchen verkehrstechnisch gut. Schliesslich wechselte seine Frau als Klavierlehrerin an die Musikschule Windisch und die Kantonsschule Baden, Krueger wurde an der Kantonsschule Wettingen Musik- und Gesangslehrer. 
«Ich bin sehr gern hier», schwärmt der Dirigent vom Aargau. Die Juralandschaft sei recht ähnlich wie in der Umgebung seiner Heimatstadt Stuttgart. Hier wie dort wächst Wein, und man kann in Thermalwasser baden. Gern erkundet er mit dem Velo die Umgebung und hat schon am Aarelauf von Brugg nach Aarau und anderen Läufen teilgenommen. Oft ist er im Frei- und Hallenbad Brugg anzutreffen, das nah bei seinem Zuhause im Altenburgquartier liegt. Als Freiwilliger hilft er beim Brugg-Festival mit, indem er Flyer verteilt oder an der Abendkasse sitzt.
Dass sich Krueger für die Musik als Beruf entschied, hatte unter anderem mit seiner Grossmutter zu tun. «Ab dem Alter von zehn Jahren finanzierte sie mir den Klavierunterricht», erinnert er sich, «und irgendwie bin ich bei der Musik hängen geblieben.» Gesungen habe er damals schon gern und als Teenager auch in Bands mitgespielt. Zudem habe er das Glück gehabt, im Musikunterricht an engagierte Lehrpersonen zu geraten.
«Das ist ja ums Eck», dachte Krueger, als er die Ausschreibung der Vindonissa Singers las. Nach dem Start der Proben im Januar freue er sich nun auf das weitere gegenseitige Kennenlernen. «Das Ziel ist nicht, grosse Wettbewerbe zu gewinnen, sondern den Chor stimmlich und musikalisch weiterzuentwickeln.» Gefragt, was er sich noch wünsche, meint Arndt: «Es verträgt sicher noch einige Männerstimmen mehr.» Wie bei vielen Chören sind bei den Vindonissa Singers die Frauen in der Überzahl. Wichtig sei daneben, Freude an der Musik zu vermitteln. «Nicht verbissen, aber auch nicht larifari.» Schön sei, dass die Chormitglieder freiwillig in die Probe kämen. «Ganz ohne Begeisterung von innen wird es schwierig, etwas zu erreichen.»

Arndt Krueger probt mit den Vindonissa Singers. (Bild: chr)

«Die Mischung machts»
Auf seiner Website stellt er sich als klassischer Sänger vor. Als Tenor war Krueger zum Beispiel an der Operette Möriken-Wildegg engagiert. «Das Singen ist meine grosse Leidenschaft, aber nicht die einzige», sagt er, «die Mischung machts.» Er schätze die Abwechslung, die er bei der Arbeit mit Jugendlichen an der Kanti Wettingen, mit Erwachsenen im Chor und mit Einsätzen als Solist habe. 
Doch zurück nach Windisch und Brugg: Neben den Adventskonzerten, die bereits fest eingeplant sind, werden die Vindonissa Singers im Sommerhalbjahr einen Auftritt haben. «Wir dürfen bei den Brugglyn-Beats am Freitag, 5. Juni, singen», erklärt Krueger. Geprobt werden dafür Stücke wie das Mani-Matter-Medley, «Killing Me Softly» und «Blackbird» von den Beatles. «Eine gute Mischung aus Liedern, die der Chor schon kennt, und neuen Songs.» Co-Präsidentin Claudia Kaufmann ist optimistisch, dass der erste öffentliche Auftritt gelingt: «Die Proben mit Arndt Krueger sind sehr gut angelaufen. Die Chormitglieder sind vom neuen Wind begeistert und fast immer vollzählig bei den Proben dabei.» Krueger überzeuge nicht nur als Dirigent, sondern ebenso bei der Stimmbildung und als Pianist.