Die Schulraumplanung im Blick

Das Schulhaus Brühl 3.2 war das grösste und wichtigste Traktandum an der Gemeindeversammlung am vergangenen Donnerstag.
Heute noch ein grüner Hügel und ein Acker, bald Spielraum für Primarschüler. (Visualisierung: Indievisual AG)

Gebenstorf – Pünktlich um 19.30 Uhr begrüsste Gemeindeammann Toni Suter die 131 Stimmbürger und Stimmbürgerinnen in der Mehrzweckhalle Brühl. Für Suter ein Debüt im neuen Amt an diesem 11. Juni. Er begrüsste speziell die Schulleitung und das Planungsteam der Ernst Niklaus Fausch Partner AG, bevor er sich für die zahlreiche Unterstützung vom Gemeinderatsteam, von seiner Familie und besonders von der Verwaltung bedankte. Seit Jahresbeginn wurden an 20 Gemeinderatssitzungen 270 Beschlüsse gefasst. Hinzu kamen ein Strategie-Workshop, zwei Mitwirkungen, der Austausch mit den Nachbargemeinden sowie Begehungen. «Der Spagat ist mir geglückt», berichtete der Gemüsebauer.

Über Budget
Die ersten beiden Traktanden, das Protokoll und der Geschäftsbericht, wurden ohne Nachfragen genehmigt, Ersteres auf Empfehlung von Roger Müller von der Finanzkommission (Fiko). Danach präsentierte Gemeinderätin Giovanna Miceli-Nucera die Gemeinderechnung. Dank ausserordentlichen Beträgen landete man am Ende bei + 572 475 Franken gegenüber dem Budget. Da die Investitionen nicht vollständig selbst finanziert werden konnten, schrumpft das Nettovermögen der Gemeinde von 10,23 Millionen Franken auf 7,30 Millionen Franken.
Die Pflege- und Spitexkosten – kaum beeinflussbare Ausgaben – sind auch in Gebenstorf gestiegen und bescherten Mehrkosten von mehr als einer halben Million Franken. Auf der anderen Seite sorgten tiefere Fallzahlen für niedrigere Ausgaben bei der Sozialhilfe. Der Verkauf der Parzelle Steinacher brachte einen einmaligen Gewinn von etwas über 300 000 Franken. Bei den Steuereinnahmen fielen vor allem die Einkommens- und Vermögenssteuern mit einem Plus von 5,01 Prozent über Budget auf – knapp 730 000 Franken.
Die Kostenentwicklung der Verwaltungsabteilungen für die Jahre 2018 bis 2025 zeigte den enormen Anstieg bei der Bildung, die schon vorher der grösste Kostenpunkt war. Mehr Schülerinnen und Schüler, mehr Alte, das betreffe nicht nur Gebenstorf, sondern praktisch alle Gemeinden im Aargau, hielt Miceli-Nucera fest. Bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 105 Prozent würde sich das operative Ergebnis kontinuierlich verbessern und schliesslich im Jahr 2030 neutralisieren. Der Gemeinderat sprach von einem erfreulichen Rechnungsjahr und betonte, dass man sorgsam mit den vorhandenen Mitteln umginge. Auch hier empfahl Roger Müller für die Fiko die Annahme der Rechnung.

Alle Kinder sind schon da
Das wichtigste Traktandum an diesem Abend war der Kreditantrag von 12,4 Millionen Franken für den Erweiterungsbau (2. Etappe) des Schulhauses Brühl 3 mit Aussenraumgestaltung der Primarschule. Vizeammann Urs Bätschmann hielt bei der Präsentation fest: «Die Kinder sind bereits auf der Welt, deshalb ist der Standort Brühl genau richtig.» Einige der kommenden Schülerinnen und Schüler seien sogar jetzt schon im Kindergarten. Das Schulhaus Brühl 3.2 übernimmt die Höhe des Nachbargebäudes, setzt auf eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und sorgt für eine räumliche Trennung der älteren und jüngeren Kinder im Aussenbereich. Vom Kreditvolumen seien zudem 200 000 Franken für zusätzliche Schutzräume – ein Thema, bei dem Gebenstorf mit seinem Bevölkerungswachstum Nachholbedarf hat. Die Abschreibungen über 35 Jahre würden ab dem Jahr 2029 die Rechnung belasten. Zudem benötige es ein zusätzliches 30-Prozent-Pensum für die Reinigung.
Die Fertigstellung ist für Dezember 2028 geplant, der Bezug für Januar 2029. Der Kreditantrag wurde nach wenigen Fragen aus dem Plenum mit nur drei Gegenstimmen angenommen. Einzig die Verkehrsfrage bezüglich der Parzelle östlich der Mehrzweckhalle Brühl sorgte für leichte Aufregung – die Strassen im Quartier seien bereits am Anschlag und ein ­Zubringerweg über den Schulplatz wenig sinnvoll.
Interessant wurde es noch einmal am Ende, als die Frage nach neuem Schulraum in Vogelsang kam. Der Gemeinderat plant eine Strategiesitzung und möchte die zukünftige Schulraumplanung öffnen und öffentlich diskutieren – auch mit Blick auf die Gebietsentwicklung Geelig.