Neuenhof – Zur ersten Gemeindeversammlung konnte der neu gewählte Gemeindeammann Tobias Baumgartner 225 der 3660 stimmberechtigten Neuenhoferinnen und Neuenhofer begrüssen. Die Feuertaufe in seiner Rolle als Gemeindeammann hat er bestanden. «Die vergangenen zwei Monate, in denen neben einer Klausur das kommunale Leitbild überarbeitet wurde, waren von Herausforderungen geprägt», so Tobias Baumgartner. Nach einigen einleitenden Informationen wandte er sich der reich befrachteten Traktandenliste zu. Gemeinderat Gordon Dinacher erläuterte die Jahresrechnung 2025, die mit einem Ertragsüberschuss von 652 476 Franken abschloss und die in der Folge diskussionslos genehmigt wurde.
Abrechnung auf dem Prüfstand
Die vier vorgelegten Kreditabrechnungen – Spiel- und Sportplatz der Schulanlage Zentrum, öffentliche Beleuchtung des Hafner- und Hinterhangwegs, Schulanlage Sanierung sowie Bushaltestelle Landhaus – wiesen gesamthaft Kostenunterschreitungen in Höhe von rund 146 000 Franken aus und fanden entsprechend Zustimmung. Dagegen kam es bei dem unter dem Titel «Entwicklung Härdli, Studienauftrag» von der Gemeindeversammlung im November 2021 gesprochenen Kredit über 520 000 Franken zu einer Kostenüberschreitung von etwa 118 000 Franken, was zu zahlreichen Voten führte. Begründet wird dieser Mehraufwand mit zusätzlichen Standortabklärungen für den Tennisplatz und die Familiengärten sowie mit Vorarbeiten für den Masterplan.
Um solche Kreditüberschreitungen künftig zu vermeiden, wurde 2025 ein Controlling über Verpflichtungs- und Budgetkredite aufgebaut, das ein Quartalreporting zum Stand der Arbeiten und zu den Kosten zum Inhalt hat. Damit soll bei Fehlentwicklungen früher eingegriffen werden können. Stein des Anstosses war die Tatsache, dass der Stiftung Sonnmatt die Realisierung des Annexbaus der Alterssiedlung Sonnmatt vorerst verwehrt wird. Begründet wird das durch den fehlenden Gestaltungsplan Härdli. «Ich kann es nicht verstehen, dass das Prestigeprojekt ‹Neue Höfe› nicht so gestaltet werden kann, dass die ältere Bevölkerung Neuenhofs ihren Lebensabend in der Alterssiedlung Sonnmatt verbringen kann», so das Votum von Margrit Pfister. Eine Rückweisung der Kreditabrechnung wurde mit 93 Nein zu 71 Ja abgelehnt. Der Abrechnung wurde mit 102 Ja zu 68 Nein zugestimmt.
Entschädigungen angepasst
Das bis anhin geltende Entschädigungsreglement enthält für den Gemeindeammann ein Pensum von 80 Prozent. Im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen für die Legislatur 2026 bis 2029 hat sich gezeigt, dass sich aufgrund des hohen Pensums niemand für das Amt des Gemeindeammanns zur Verfügung stellen wollte. Aus den weiteren Beratungen ging hervor, dass die Wahl des Gemeindeammanns möglich wird, wenn dieser neben der ordentlichen Ressortentschädigung als Gemeinderat mit einem Pensum von 40 Prozent gewählt und besoldet wird. Das wurde öffentlich kommuniziert und mit der neu angesetzten Volkswahl vom 9. März umgesetzt.
Das angepasste Reglement sieht vor, dass alle Mitglieder des Gemeinderats die bisherige Grundentschädigung erhalten. Dem Gemeindeammann wird eine zusätzliche Besoldung von 40 Prozent ausgerichtet, und an den Vizeammann geht eine zusätzliche Entschädigung, die dem bisherigen Ansatz entspricht. Die Anpassungen haben zum Ziel, künftig für Stabilität in der Exekutive Neuenhofs zu sorgen. Der Souverän folgte dem Antrag. Nach zahlreichen Wortmeldungen, in denen die Vorteile eines Vollzeitpensums einer Verwaltungsleiterin oder eines Verwaltungsleiters hinterfragt wurden, nachdem sich der Präsident der Finanzkommission, Tim Voser, geäussert hatte und der Antrag von Markus Schmid, die alten Strukturen zu belassen und das Verwaltungspensum zu erhöhen, dem gemeinderätlichen Antrag mit 123 Nein zu 66 Ja unterlag, kam es zur Schlussabstimmung, in der sich 150 für eine Verwaltungsleitung und 45 dagegen aussprachen.