Der Rebensaft will verdient sein

Letzten Freitag und Samstag stand Schinznach ganz im Zeichen des Weins: Das Räbhüsli-Fescht zog gut 3000 Besucherinnen und Besucher an.
Die Musik der Bözberg Buebe kam gut an, wo auch immer in den Rebbergen sie spielten. (Bild: mg)

Kurz vor dem Start um 18 Uhr am letzten Freitagabend an der Kreuzung Alte Gasse/Winzerweg: Dutzende Autos haben schon parkiert, man macht sich zu Fuss, mit dem Velo und an Wanderstöcken gehend auf zum 11. Räbhüsli-Fescht.
Gibt es ein typisches Publikum? Nein, oder vielleicht einfacher: alle, die Geselligkeit und Wein mögen. Aber auch Familien kommen viele, denn es gibt Vorführungen der Geräteriege des Turnvereins und bei den 16 Räbhüsli leckeres Essen, Getränke und viel Platz zum Rennen und Spielen.
Hat man die Kasse passiert, wo Erwachsene für acht Franken ein Glas Wein oder für 15 Franken acht Degustationen sowie ein Weinglas erhalten, macht man sich gemütlich auf zum Weinbrunnen, wo man sein Glas ein erstes Mal füllen lassen kann. Hier, an der ersten Station des Räbhüsli-Fescht, gibt es Weine von Adrians Weingut – sogar einen Demeter-zertifizierten Wein –, von Kohler Weine sowie der Weinbaugenossenschaft Schinznach.
Bözberg Buebe und die

Alphorngruppe Biberstein
Der Weinbrunnen ist auch der Ort, an dem man sich trifft, denn hier kommen alle vorbei, wenn sie später in die Rebberge steigen. Man plaudert, hört den Klängen der Bözberg Buebe und der Alphorngruppe Biberstein zu und diskutiert über die degustierten Weine. Wer jetzt noch kein Weintäschchen für drei Franken erstanden hat, hat hier noch die Gelegenheit, denn so muss das Glas nicht den ganzen Abend in der Hand gehalten, sondern kann profimässig griffbereit um den Hals gehängt werden.
Wie es Rebberge so an sich haben, liegen sie meist an Hängen. Das heisst für die Besuchenden des Räbhüsli-Fescht: Fröhlich und schwitzend geht es bergauf. Den Kinderwagen schiebend, das Alphorn tragend oder mit dem Hund an der Leine: Wacker wird der Weg zu den vielen Räbhüsli unter die Füsse, Pfoten und Räder genommen. Wer nicht zu Fuss gehen mag, kann sich mit dem «Räbberg-Taxi» durch die Rebberge zum Räbhüsli Nummer 9 kutschieren lassen und von dort gemütlich bergab gehend die restlichen Räbhüsli und ihr Angebot erkunden.

Neue Weine kennenlernen
Ruedi Riniker, Präsident des Räbhüsli-Fescht-Organisationskomitees, erzählt, dass das beliebte Fest jeweils im jährlichen Turnus mit dem Räbfescht Oberflachs stattfindet. Es steht unter dem Patronat des Vereins der Reb- und Weinfreunde Schinznach. «So haben Weinfreunde jedes Jahr einen Grund, in unsere Gegend zu kommen und lokale Weine kennenzulernen.»
Am Räbhüsli-Fescht werden Schinznacher Weine vorgestellt, vom traditionellen Wein bis hin zu wahren Spezialitäten. Die Bindung von Produzent und Konsument soll so hergestellt und verstärkt werden, die Besuchenden sollen sehen, woher der Rebsaft kommt, und wieviel Arbeit hinter einem feinen Glas Wein steckt. Die Produzenten erzählen gerne von ihren Weinen. Doch nur von Flüssigem alleine lebt es sich nicht, und so gibt es in den Räbhüsli vom Raclette über das Winzer-Plättli bis hin zu Hamburger und Risotto alles, was ein hungriger Magen begehrt.
Christine Zulauf vom Organisationskomitee vermeldet am Sonntagabend: «Wir hatten noch mehr Besuchende als im Jahr 2024: Dieses Jahr durften wir uns über rund 3000 Gäste freuen.»