Erfolgreich mit Ruder und Stachel 

Der Limmat-Club Baden hat am Eidgenössischen Weidlings-Wettfahren erneut bewiesen, dass er zur Spitze der Wassersportvereine zählt.
Roger Meier aus Ehrendingen und Dominic Meier aus Baden sind begeisterte Wasserfahrer. (Bild: pg)

Baden – Wasserfahren ist ein einzigartiges Schweizer Kulturgut. In der Region pflegt mitunter der rund vierzig Mitglieder zählende Limmat-Club Baden, dem auch die Brüder Dominic (40) und Roger (37) Meier angehören, die Sportart mit dem Weidling genannten Bootstyp. Mit berechtigtem Stolz erzählen sie, dass bereits ihr Grossvater und Vater dem lebendigen Verein, der seit 1934 an der Limmat zu Hause ist, angehörten. Da die Nachwuchsarbeit im Limmat-Club Baden einen hohen Stellenwert einnimmt, durften beide nach dem Schuleintritt beim Training im Weidling mitfahren, was sie später dazu bewog, dem Verein als Junioren beizutreten und zusammen mit Menschen die Zeit auf und neben dem Wasser zu geniessen. «Ob Wettkampf oder Freizeitausflug, ob jung oder alt – wir pflegen die Gemeinschaft und eine Tradition, die lebt», so Roger Meier, der dem Verein als Präsident vorsteht.

Fünf Minuten Vollgas
Das Eidgenössische Weidlings-Wettfahren 2026 ist bereits wieder Geschichte, wird den Teilnehmenden des LC Baden aber wohl noch lange in bester Erinnerung bleiben. Vom 3. bis 5. Juli verwandelten der Wasserfahrverein Ryburg-Möhlin und der Rhein-Club Rheinfelden die beiden Standorte in Treffpunkte des Schweizer Wasserfahrens. Vor grossem Publikum zeigten über 500 Athletinnen und Athleten im Einzelzeitfahren in Rheinfelden und im Paarfahren in Möhlin beeindruckende Leistungen. Obwohl die meisten Fahrstrecken auf Schweizer Gewässern bereits bekannt sind, hat jedes Team rund eine Stunde vor dem Start die Möglichkeit, die rund 500 Meter lange Strecke zu besichtigen, zumal sich Wasserstand, Strömung und Durchfahrten verändern.
Eine Wettfahrt im Wasserfahren dauert bis zu fünf Minuten. Das klingt nach wenig. Wer eine solche Fahrt aber je selbst bestritten hat, weiss, dass es die intensivsten fünf Minuten sind, die ein Fluss bieten kann. «Anspruchsvolle technische Passagen erfordern fahrerisches Können», so Roger Meier. Es handelt sich nicht um einen spektakulären Sport. Gefahren wird um Punkte und gegen die Zeit. Wer die Strecke am schnellsten durchfährt, ohne an Durchfahrten oder Landungen Strafzeiten zu kassieren, gewinnt. Einer der Gewinner ist Dominic Meier aus Baden. Mit einer Zeit von drei Minuten und 47,1 Sekunden sowie 93,4 Punkten führte er die Rangliste der 60 teilnehmenden Senioren an und durfte sich am Ende des Tages als Schweizer Meister feiern lassen. Nebst der Medaille wurde ihm ein graviertes Ruder überreicht. Im Feld der Aktiven belegte sein Bruder Roger Meier aus Ehrendingen den 9. Rang, der mit einem Kranz belohnt wurde. Im Feld der 26 teilnehmenden Vereine belegte der LC Baden den 16. Rang.

Wasserfahren erleben
Trendsportarten und ein vielfältiges Freizeitangebot wirken sich auch beim LC Baden auf die Nachwuchsrekrutierung aus. Wasserfahren ist eine Sportart, die man erlebt haben muss, um ihre Faszination zu verstehen. Wer einmal auf einem Weidling gestanden hat, versteht sofort, worum es geht. Ob gross oder klein, wer wissen möchte, ob Wasserfahren das Richtige ist, hat die Möglichkeit, an einem Trainingsabend unverbindlich zu schnuppern. Um Mitglied zu werden, braucht es keine Vorkenntnisse, und die Mitgliederbeiträge beim LC Baden werden bewusst tief gehalten, denn Wasserfahren soll für alle zugänglich sein. Nebst der Freude am Wasser sind Sport- oder Badebekleidung, wasserfestes Schuhwerk und Knieschoner mitzubringen. Aktuell bereitet sich der LC Baden auf die Hirsebreifahrt vor, die von Zürich nach Strassburg führt und am 19. August in Baden erwartet wird. Nach der Landung der Boote vor dem Limmatwehr in der Aue führt der Cortège über die Holzbrücke in die Weite Gasse. Weitere Informationen zur Hirsebreifahrt und zum Halt in Baden sind unter limmatclubbaden.ch zu finden.