Nur noch neun Franken Schulden

Dem Stadtparlament wird für 2025 eine positive Rechnung vorgelegt. Geld will der Stadtrat für die Projektierung der Schulanlage Kappelerhof.
Modell für die Erweiterung und die Erneuerung der Schulanlage Kappelerhof der Zürcher Architekten Bischof Föhn. (Bild: sim)

Baden – Ein weiteres Mal durfte Stadtammann Markus Schneider einen Rechnungsabschluss der Einwohnergemeinde präsentieren, der das Prädikat «ausgezeichnet» verdient. Aus einem budgetierten Plus von 50 000 Franken wurde 2025 ein solches von 14,3 Millionen Franken. Wie schon im Annus mirabilis 2024, als ein Überschuss von 52,6 Millionen Franken erzielt wurde, nahm die Stadt wesentlich mehr Steuern ein als prognostiziert. Statt für 113 Millionen Franken wurden im vergangenen Jahr Steuerrechnungen mit einer Gesamtsumme von 131 Millionen Franken verschickt. Davon entfielen insgesamt 41,8 Millionen Franken auf Unternehmen, was 9,9 Millionen Franken über Budget ist. «Auch die privaten Personen lieferten mehr Steuern ab», sagt Stadtammann Markus Schneider. Hier geht es um 6,4 Millionen Franken. «Diese resultieren grösstenteils aus definitiven Veranlagungen früherer Steuerperioden», begründet Schneider. ­Höhere Einnahmen bedeuten für die Stadt Baden höhere Beiträge in den Gemeindefinanzausgleich. «Statt 18 Millionen Franken müssen wir», so Schneider, «neu 20 Millionen Franken abliefern.» Keine andere Gemeinde im Kanton steuert dem Finanzausgleich mehr Geld bei.
Der Zufall will es, dass der Regierungsrat zeitgleich zur Badener Medienorientierung die aktuelle Steuerstatistik der juristischen Personen veröffentlicht hat. Diese bildet zwar erst die Steuereingänge 2023 ab, zeigt aber überdeutlich auf, wie stark die Region Baden boomt. Sie generierte 32,7 Prozent der im Aargau erzielten Reingewinne. Zum Vergleich: Auf den Bezirk Aarau entfielen 10,7 Prozent.
Wo Licht ist, ist auch Schatten. So verzeichnete die Stadt Baden auf der Ausgabenseite ebenfalls ein Wachstum. Dieses beträgt 8 Prozent. Ein Grossteil entfällt auf den sogenannten Transferaufwand, der nicht beeinflussbar ist. Beispiele dafür sind der erwähnte Finanzausgleich, die Sozialhilfe oder die Pflegefinanzierung. Gestiegen ist ausserdem der Personalaufwand der Stadt, und zwar um 4 auf neu 51 Millionen Franken.
Der Überschuss der Rechnung fliesst aufgrund eines Einwohnerratsbeschlusses in die Vorfinanzierung der geplanten Schulanlage Kappelerhof. Mit der neuesten Tranche ist deren Abschreibung bereits zu 90 Prozent getätigt. Entsprechend gering ist die aktuelle Verschuldung der Stadt. Sie beträgt lediglich 9 Franken pro Einwohnerin und Einwohner.

Projektierungskredit für den Kappelerhof
Auch die Schulanlage Kappelerhof ist für die Doppelsitzung am 9. und 11. Juni traktandiert. Nachdem das im Oktober 2025 erkorene Siegerprojekt für die Erweiterung und die Erneuerung der Schule eine Weiterbearbeitung erfahren hat, steht die Projektierung an.
Für diese beantragt der Stadtrat einen Kredit von 4,1 Millionen Franken. «Die Projekthonorare basieren auf Baukosten von 38,6 Millionen Franken – bei einer Kostengenauigkeit von plus/minus 25 Prozent», sagt Stadtammann Schneider dazu. Die erwarteten Kosten liegen damit weit über den Zielkosten der Machbarkeitsstudie von 26,6 Millionen Franken. Dazu wird in der Vorlage festgehalten, dass dieser Betrag unrealistisch tief angesetzt worden sei. Bereits in der Wettbewerbsphase wurden die Kosten für das Siegerprojekt «Calippo» mit 32,24 Millionen Franken veranschlagt. Andere Wettbewerbsbeiträge, die es in die engere Wahl geschafft hatten, bewegten sich kostenmässig zwischen 37 und 41 Millionen Franken. Den Sprung bei ­«Calippo» auf nun 38,6 Millionen Franken begründet Schneider mit der Weiterentwicklung des Projekts: «So bewirkt eine erforderliche Volumenvergrösserung des Neubaus um 16 Prozent Zusatzkosten von 3,5 Millionen Franken.» Teurer als gedacht fällt zudem die Sanierung der bestehenden Gebäude aus. Eine Analyse beigezogener Fachplanerinnen und -planer hat beispielsweise ergeben, dass für die Haustechnik ein Voll­ersatz zwingend ist.
Genehmigt der Einwohnerrat die Projektierung, wird ihm im Januar 2028 der Baukredit vorgelegt. Die obligatorische Volksabstimmung ist für Juni 2028 vorgesehen. Der Baubeginn ist für Herbst 2028 geplant und die Fertigstellung der Anlage für 2031.