Perfekte Betankung tief im Berg

Das Militär übt in der Tiefe des Tunnels. (Bild: hl)

Bözberg | Schinznach – Der Bözbergtunnelstrang in Richtung Zürich wurde am vergangenen Donnerstag von 21 bis 4 Uhr für die Militärübung gesperrt. Involviert waren neben der Territorialdivision 2 die Aargauer Kantonspolizei und die Feuerwehr Frick, um allen Eventualitäten sofort Herr zu werden.
Gegen 3500 Armeeangehörige sind seit dem 1. Juni im Zuge der Übung «Conex 26» im Einsatz. Verschiedene Abläufe werden hier beübt: rasches Mobilisieren, die vollständige Ausrüstung der Mannschaft, und das alles gleichzeitig und an verschiedenen ­Orten. Hernach trainieren die Verbände in drei sogenannten Arenen – an der Grenze, den Rheinhäfen und den Juraübergängen – verschiedene Schwerpunkte. Solche Schulungen dienen möglichen späteren Einsätze.

Viele Drohnenflüge
Die mit Panzersperren gesicherte Bözbergröhre wurde vor den wachsamen Augen von Divisionär Alexander Kohli an ihren beiden Öffnungen durch grosse Antidrohnenvorhänge vorsorglich abgesichert. Denn, so die Auskunft des Divisionärs: «Im Laufe der Conex-Übung haben wir viele Drohnenflüge rund um unsere Aktivitäten gesichtet.» Die Gesetzgebung lässt es bis heute nicht zu, diese mittels Beschuss unschädlich zu machen. Immerhin: Die Kantonspolizei verfügt über spezielle sogenannte Jammer, mit denen sie sehr gezielt solche Flugobjekte zur Landung bringen und gleichzeitig den Piloten ausfindig ­machen kann.
Dann werden die Presseleute in den Berg gefahren, am Kommandoposten vorbei, zu den fünf Tankfahrzeugen. «Bitte halten Sie die linke Fahrspur frei, gleich rollen unsere ­Militär-Lkw und Transporter vorbei», mahnt Oberst Andreas Hugi. «Sie werden danach nach Wildegg weiterfahren und dort mittels einer Schwimmbrücke über die Aare gesetzt.» Sachkundig machen sich die Soldaten ans Werk und zapfen den Kraftstoff. Die Betankung läuft diszipliniert ab, jeder weiss, was zu tun ist, die Männer scheinen sehr motiviert: Sie nehmen ja an einer Premiere teil. Gleiches hat die Schweizer Armee noch nie durchgeführt.

Einwandfreie Durchführung
Gegen 23.30 Uhr ist das Tunnelmanöver zu Ende. Die Ohrenschützer – in solchen Betonröhren ist es recht laut – werden demontiert und die Zuschauenden wieder zum Ausgangs- und Sammelpunkt des Point de Presse zurückgefahren. Für die militärischen Fachexperten beginnt nun die Auswertung der Prozesse. Wie im Zivil­leben wird alles zertifiziert. Zeigen sich Mängel, verlangt das im nächsten Wiederholungskurs nach einer Überarbeitung. Dann aber wahrscheinlich in einem anderen Tunnelsystem.